25.10.2017 - 08:04 Uhr
Oberpfalz

Ein-Mann-Orchester im Amberger Kulturwerk mit HeJoe Schenkelberg Soundtrack fürs Leben

Eine Auszeichnung für die beste Musik in einem Film, der noch nicht gedreht wurde: Nicht möglich? HeJoe Schenkelberg hat genau das erreicht und siegte beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis 2013. Auszüge aus seinem Album "Out of Paris" präsentierte er im Amberger Kulturwerk beim 16. Wohnzimmerkonzert.

HeJoe spielt französische Klänge auf seiner italienischen Diva. So nennt er sein geliebtes Akkordeon. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

HeJoe Schenkelberg liebt seine italienische Diva und drückt sie leidenschaftlich gegen die Brust. Die Rede ist nicht von einer herkömmlichen Romanze zwischen zwei Menschen. Schenkelberg und sein Akkordeon ergänzen sich musikalisch ohne Worte. Er singt nämlich nicht. Nur manchmal brumme er beim Autofahren, wenn er Jerry Lee Lewis hört, erklärt der Künstler. Seine Rock'n'-Roll-Zeit habe er als Musiker vor 13 Jahren hinter sich gelassen und sich neuen Tönen gewidmet. Der Aachener komponiert Lieder über Regentropfen oder tanzende Seelilien, Liebesgeschichten und Trauriges. Bereithalten sollte man das Baguette, den Fromage, Vin Rouge und natürlich ein Taschentuch, falls vor Rührung die eine oder andere Träne vergossen wird, riet er seinem Publikum.

Und tatsächlich glich seine Musik Musettes, bei denen man ins Träumen geriet und in Gedanken durch das Pariser Künstlerviertel Montmartre schlenderte. Aber sein klangvoller Charme traf auch auf die Provence, die Kleinstädte, in denen die Geschichten aus dem Leben entstehen. So ist es nur von Vorteil, dass Schenkelberg keine Texte nutzt. Das Publikum hatte die Gelegenheit, seine Kompositionen als Hintergrundmusik des eigenen Lebens zu hören.

Zudem spielte der Künstler nebenbei noch Keyboard und streifte das Drum-Becken zu seiner Rechten. Soundeffekte beim Walzer und Tango sind bei den Liedern des 61-Jährigen keine Seltenheit und rundeten seine Performance auch in Amberg feinfühlig ab.

"Ich freue mich richtig, hier zu sein", gestand HeJoe. Zum einen, weil er die bayerische Küche liebe, und weil er seinen ehemaligen Mitbewohner, Tobias Stöcklmeier, wiedersehe. Der Inhaber des Amberger Kulturwerks war während seines Musikstudiums unter anderem auch in Aachen. Kein Wunder also, dass Stöcklmeier durch Reisen und verschiedene Wohnorte immer wieder außergewöhnliche Leute aus allen Nischen der Musikbranche für einen Auftritt in Amberg begeistern kann.

Das nächste Wohnzimmerkonzert am Donnerstag, 16. November, ist ein Heimspiel der Amberger Band Burst. Coverversionen aus den Genres Jazz, Funk, Soul und Gospel werden von Sänger Curtis Fink, Gitarrist Michael Dandorfer und Pianoplayer Leif Wismeth präsentiert.

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