25.04.2018 - 14:06 Uhr
Oberpfalz

Elvis-Presley-Gesellschaft tagt in Amberg Rock-'n'-Roll-Fieber vor der Kirche

Drinnen im Haus läuft eine kirchliche Veranstaltung. Draußen wird in gebührendem Abstand über das einzige Konzert geredet, das ein Superstar in Europa gab.

So, als ob es gestern gewesen wäre: Raimund Rodler (links) schildert der Vorsitzenden der Deutschen Elvis-Presley-Gesellschaft, Maria Hesterberg (rechts), wie das war, als der King im Dezember 1958 ein Privatkonzert in der Grafenwöhrer Micky-Bar gab. Sie lud ihn dafür zum nächsten Elvis-Festival nach Bad Nauheim ein. Bild: Houschka
von Autor HOUProfil

Der Zeitzeuge Raimund Rodler erzählt den Mitgliedern der Deutschen Elvis-Presley-Gesellschaft (EPG), wie der King of Rock 'n' Roll an einem Dezembertag 1958 plötzlich da ist und am Klavier los legt.

Die Presley-Gesellschaft, der über 1300 Mitglieder angehören, hält ihre Jahrestagungen meist an Orten, an denen sich ihr Idol während seiner Militärzeit in der Bundesrepublik aufhielt. Bad Nauheim, Friedberg und jetzt in Amberg, wo Elvis Presley an einem Februartag 1960 mit seinem Jeep nahe des Vilstors stand.

Die dreitägige Veranstaltung, ausgerichtet von EPG-Geschäftsführer Wolfgang Zapke aus Hahnbach bei Amberg, hatte Höhepunkte: Ein abendliches Dinner-Konzert des Elvis-Interpreten Ron Glaser aus Österreich, die Jahreshauptversammlung im Amberger Hotel Drahthammer Schlößl und eine Busfahrt zu Stätten, an denen sich Elvis während seiner beiden Manöveraufenthalte 1958 und 1960 einfand.

Erst nach Grafenwöhr. Die Presley-Fans, angereist aus ganz Deutschland und Österreich, wollen alles haargenau wissen. Umfangreiche Informationen bekommen sie von Museumsleiterin Birgit Plößner und vom NT-Journalisten Wolfgang Houschka, der über Jahrzehnte hinweg Presleys Wege durch die Oberpfalz recherchiert und aufgeschrieben hatte.

In Grafenwöhr wartet aber auch ein Zeit- und Augenzeuge. Hotelier Raimund Rodler aus Eschenbach war an einem Tag kurz vor Weihnachten 1958 mit dabei, als Soldat Presley plötzlich in der ihm zur Stammkneipe gewordenen Grafenwöhrer Micky-Bar auftauchte, sich dort an ein Klavier setzte und Rock 'n' Roll für die Belegschaft machte. Rodler war der Stiefsohn des damaligen Besitzers Alter Feiner.

Das Gebäude steht noch. Doch längst ist es von einer kirchlichen Vereinigung übernommen worden. Von daher beantwortet Rodler, Geburtsjahrgang 1935, die ihm von der aus Bonn angereisten EPG-Vorsitzenden Maria Hesterberg gestellten Fragen draußen auf dem Vorplatz. Ein Erlebnis für die Teilnehmer an der Jahrestagung. Zwei Umstände sind freilich heute, 58 Jahre später, nicht mehr zu klären: Was sang Elvis? Wie lange dauerte dieser Auftritt? Aber legendär ist er allemal.

Später treffen die Tagungsteilnehmer in Hirschau ein. Auch dort herrscht reges Interesse. Sie lassen sich berichten, wie Lokalreporter Sepp Müller am 5. Februar 1960 den mit seinem Jeep am Marktplatz stehenden Soldaten interviewte und wie er ihm auf der Spur blieb, als Presley in das Wirtshaus "Goldenes Lamm" ging.

In ihrer Fan-Leidenschaft sind die EPG-Mitglieder bisher weltweit herumgekommen. Doch die Geschichten aus der zu winterlichen Manöverzeiten eiskalten Oberpfalz hatten sie noch nie in Details vernommen. Episoden, kleine Begebenheiten am Rande. Alle eng verbunden mit einem Mann, der damals die bekannteste Person auf dem Globus war.

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