03.09.2017 - 12:12 Uhr
Oberpfalz

Friedrich Brandl gründet die Gruppe der Stadtschreiber Die Stadt kreativ sehen

Den Friedrich Brandl kennt in Amberg fast jeder. Als Lehrer, Schriftsteller oder einfach Spaziergänger ist er seit Jahrzehnten in der Stadt unterwegs. Er schaut, beobachtet, nimmt auf und setzt das eben Gesehene in Worte um. Das können auch andere, so hat er sich gedacht, und die Stadtschreiber von Amberg gegründet.

Friedrich Brandl im Herzen "seiner" Stadt vor dem Hochzeitsbrunnen. Manchmal ist der Schriftsteller wie der Schelm im Hintergrund, der mit viel Hintersinn Stadt und Menschen aufs Papier bringt. Bild: Andreas Ascherl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wie fast alles, so haben auch die Stadtschreiber eine Vorgeschichte. Die erzählt Friedrich Brandl in einem Café am Marktplatz während der aufgespannte Sonnenschirm über ihm tapfer gegen den Regen ankämpft. Die Idee, Lyrik und kurze Texte in Amberg zu verankern, gibt es schon länger. Erste Gespräche und Treffen fanden statt, ein Kurs an der Volkshochschule lockte eine Handvoll Interessierter.

OB Michael Cerny habe sich dieser Idee gegenüber aufgeschlossen gezeigt, sagt Brandl, einen Amberger Literaturpreis hielten aber beide nicht für das Gelbe vom Ei. Ebenso die Gründung eines richtigen Vereins der Stadtschreiber. Ein freier Literaten-Kreis sollte es werden, eine lose Zusammenkunft von Menschen, die am Schreiben interessiert sind und in einem Bezug zu Amberg stehen.

Schreiben über ein Thema

Im Juli fand dann ein erstes Treffen statt. Kreisheimatpfleger Dieter Dörner war dabei, auch Leute aus der Flüchtlingshilfe zeigten Interesse. Thema damals war der "Sommer in der Stadt". Aber wie funktioniert das dann mit diesen Stadtschreibern? Friedrich Brandl erklärt es: "Die Teilnehmer treffen sich zu festgelegten Terminen, um über das jeweilige Thema zu sprechen." Über dieses sollen anschließend kurze Prosatexte, Gedichte, Erzählungen, Erdachtes, Beobachtetes, Kommentare oder Kriminalgeschichten entstehen.

Wichtig ist dem Amberger Schriftsteller dabei, dass die schnöde Politik draußen bleibt. Die überlässt er lieber den Wahlplakaten. "Ich will keine parteipolitischen Schuldzuweisungen in den Texten haben", benennt er die Grenze. Allein die Stadt mit ihren schönen, hässlichen, aufregenden oder langweiligen Seiten steht im Mittelpunkt, nicht die Eitelkeit einiger mehr oder weniger fähiger Lokalpolitiker.

Stadtschreiber, das heißt für Friedrich Brandl aber auch, dass die Autoren mit ihren Texten nicht alleine gelassen werden. "Wir wollen uns natürlich regelmäßig treffen und über diese reden", so sagt er. Sie vielleicht ein bisschen besser machen, wo sie schwächeln, ein wenig Farbe in ein textliches Grau bringen. Ohne die eigentliche Geschichte zu zerstören. Das versteht sich von selbst.

Ins Licht der Öffentlichkeit

Einmal im Jahr, so stellt sich Brandl das vor, könnte dann eine kleine Broschüre mit den erarbeiteten Texten erscheinen, eine Lesung an einem schönen Ort diese an das Licht der Öffentlichkeit bringen. "Und warum hängt nicht einfach ein Ladengeschäft eine Zeitlang ein vergrößertes Gedicht ins Schaufenster, läuft ein Sandwichmann mit einem solchen durch die Stadt?" Möglichkeiten gibt es viele, potenzielle Autoren noch nicht so zahlreich.

Deshalb geht Brandl an die Öffentlichkeit. Wer Zeit und Lust hat, soll sich bei ihm melden, oder einfach zum nächsten Treffen kommen. Das ist für Donnerstag, 14. September, von 17.30 bis 19 Uhr am Eiscafé beim Vilstor terminiert. Von dort aus geht es unter dem Motto "Die Vils erzählt" mit Stadtheimatpfleger Dieter Dörner der früheren Lebensader der Stadt entlang. Im Idealfall fallen bei diesem Vilsspaziergang zahlreiche kreative Sterne vom Himmel und inspirieren die Stadtschreiber zu neuen Texten.

Friedrich Brandl ist zu erreichen unter der Amberger Telefonnummer 1 43 23 oder alternativ per Email unter mail[at]brandl-amberg[dot]de

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