Große Momente für Namen von Morgen: "Young Amberg Classic V" gibt fünf jungen Künstlern die ...
Der musikalische Nachwuchs macht klangvoll auf sich aufmerksam

Geigerin Anna-Sophia Kraus mit Jelena Lichtmann. Bild: Steinbacher
Sehr gut mit Publikum gefüllt war das Amberger Stadttheater am Sonntag beim fünften Vortragsabend der Reihe "Young Amberg Classic". Er stand unter dem Motto "Junge Talente große Momente", was in keiner Weise eine Übertreibung war. Die Geigerin Anna Godelmann eröffnete mit Mozarts Sonate Nr. 28 e-Moll KV 304 für Violine und Klavier. Jelena Lichtmann begleitete sie und andere Musiker des Abends am Klavier.

Die Sonate ist das einzige Werk in einer Molltonart, das Mozart im Erwachsenenalter geschrieben hat. Godelmann gelang es, dem zweisätzigen Werk ein eigenes, passendes Flair zu geben. Das eilende Allegro bestach durch exaktes, glockenreines Violinspiel, das liebliche Menuetto gestaltete sie als große Melodie. Anna Godelmann spielte an diesem Abend außerdem auswendig Tschaikowskys "Valse Scherzo" op. 34 und setzte dabei unnachahmlich die G-Saite bis in die höchste Lage ein. Selbst die schwierigsten Stellen klappten nicht nur virtuos, sondern trafen auch eine stimmige musikalische Aussage.

Fuchs, Grieg und mehr

Zusammen mit Anna-Sophia Kraus widmete sie sich außerdem noch drei aus den "20 Duetten für 2 Violinen" op. 55 von Robert Fuchs. Beide erzielten einen schönen Zusammenklang im Wechsel von Melodie und Begleitung und bekamen zu Recht großen Beifall. Kraus spielte außerdem auswendig von Pablo de Sarasate "Malaguena" op. 21/1 in zupackender Gestaltung, die diesem hochvirtuosen Stück angemessen ist. Ebenso engagiert interpretierte sie den leidenschaftlichen ersten Satz aus der 3. Violinsonate c-moll op. 45 von Edvard Grieg trotz der manchmal volltönenden Klavierbegleitung.

Fagott und Klavier

Janina Täschner widmete sich dem Adagio für Fagott und Klavier von Louis Spohr, das sich bei Fagottspielern großer Beliebtheit erfreut, weil es die vielen Klangfarben des Instruments besonders eindrucksvoll aufzeigt - die weiche Melodie kommt den Tonfarben besonders entgegen. In gelegentlichen Tonumspielungen zeigte die Fagottistin zusätzlich ihr beeindruckendes technisches Vermögen. Janina Täschner gestaltete später auch den Schluss des Abends: Zwei Sätze aus der Sonate F-Dur op. 24/3 von Francois Devienne boten dem Blasinstrument Gelegenheit, im Largo eine ruhige Melodie zu gestalten und im folgenden Rondeau ein schmissiges Finale zu absolvieren.
Solistisch trat Eva Wilde am Klavier auf: Sie spielte grandios steigernd die "Elegie" op. 3/1 von Sergei Rachmaninoff, dann das "Impromptu" B-Dur op. 142/3 von Franz Schubert in sehnsuchtsvoller Manier. Wilde trug außerdem die vier Charakterstücke op. 4 von Sergei Prokofjew in treffender Gestaltung vor - ihr zuzuhören war ein Genuss.

Klänge auf der Gitarre

Igor Lichtmann schließlich trug mit souveräner Gestaltung von drei Stücken für Gitarre zum musikalischen Ablauf des Abends bei: Einmal spielte er "Cordoba" von Isaac Albéniz, dann "Invocacion y Danza" von Joaquin Rodrigo, schließlich das "Prelude" E-Dur Bwv 1006a von Johann Sebastian Bach. Eigentlich ist letzteres für Violine, aber Bach klingt auch auf der Gitarre - noch dazu in der einfühlsamen Spielweise des Solisten, die er an diesem Abend zeigte.

Insgesamt ein sehr bemerkenswerter Abend. Man kann den jungen Künstlerinnen und Künstlern nur Glück für ihre weitere Laufbahn wünschen.
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