Hermann "Sam" Stadler huldigt einem Idol
Warum nicht mal Gordon Lightfoot

 
Sam Stadler (Mitte) in Aktion. Hier mit Eire Music. Anita Kinscher (links) und Holger Hermann (rechts) waren aber auch maßgeblich an der Entstehung von Sam's Gordon beteiligt. Bild: bba

Gordon was? Hermann "Sam" Stadler schafft es immer wieder, einen zu überraschen.Eben noch hat er Blues gemacht, dann ist er plötzlich auf Folk umgestiegen - und jetzt hat er kurzerhand einem Idol seiner Jugend eine CD "geschenkt": Gordon Lightfoot. Um den zu kennen, muss man schon ganz tief in seinem musikalischen Gedächtnis kramen.

Da war doch was? Irgendwann in den 70er Jahren, als das Sonnenlicht noch ganz anders leuchtete und die Haare lang waren. Ja klar, Gordon Lightfoot. "If you can read my mind" und "Sundown". 1972 Olympische Spiele in München. So lange sie heiter waren, steuerte der kanadische Liedermacher den Sound des Sommers bei. Kein Fernsehbericht über Olympia ohne einen seiner Hits. Lebt der denn überhaupt noch? "Freilich", sagt Sam Stadler. "der spielt noch immer bis zu 100 Konzerte im Jahr in Kanada und den USA." Dabei ist Gordon Lightfoot inzwischen 79 Jahre alt geworden.

Für Sam Stadler war Gordon ab 1974 etwa ein ständiger Begleiter. Kein richtiger Fan war er, so sagt er. Aber Gordon war einfach immer da. Und weil Sam Stadler eigentlich ein sentimentaler Mensch ist, hat er sich erinnert, dass er ja 1966 seine erste Mundharmonika geschenkt bekommen hat - und damit eine musikalische Karriere begonnen hat, die bis heute andauert: Ed Food Blues Band, Redhot Blue, Straight2H oder Eire Music heißen seine musikalischen Stationen. Der Mann mit der Mundharmonika und der rauen Stimme gehört seit Jahrzehnten zur einstmals unerschöpflich kreativen Amberger Musikszene. Irgendwann, so erzählt er, reifte eben der Entschluss, ein paar Stücke von Gordon Lightfoot aufzunehmen und auf CD zu pressen. "Nur ist bei Lightfoot aber keine Mundharmonika dabei." Was ihn aber nicht gehindert hat. "Ich wollte aber nicht alles damit zukleistern." Herausgekommen ist ein eher sparsamer Einsatz seines Lieblingsinstruments. Sam Stadler singt meistens, die musikalischen Lorbeeren überlässt er seinen Mitstreitern.

Holger Hermann zum Beispiel, der mit viel Akribie die Gitarren-Pickings eingespielt hat. Oder Karlheinz "Charly" Misler, der wieder einmal seine meisterhafte E-Gitarre eingestreut hat. Oder Thomas Donhauser am Bass - und selbstverständlich Anita Kinscher, die für die Piano-Parts zuständig war. Aber auch für die Aufnahmen an sich. "Die Anita war teilweise ganz schön streng mit mir", schmunzelt Sam Stadler und erzählt, dass er den ein oder anderen Gesangspart schon einige Male einsingen musste, bevor er Anita Kinscher gefiel. Denn aufgenommen wurde natürlich am Stück. Kein Sampling der besten Teile oder so. Sieben Songperlen des Kanadiers hat sich Sam Stadler herausgepickt - die großen Hits dürfen natürlich nicht fehlen. Dazu gesellen sich Perlen wie "All the lovely ladies" oder "Don Quixote". Bei dem überließ Sam Stadler den Platz am Mikro Mich Neller, dem Sänger der Punkrock-Formation Special Guest. Weil ihm dessen Interpretation des Songs gefällt. Bleibt noch die Frage, wo es Sam's Gordon - fifty years of harp, so der Titel des Albums zu kaufen gibt.

Ganz einfach: bei der Buchhandlung Mayr am Schrannenplatz, wo Sam Stadler regelmäßig zu hören und zu sehen ist. Vielleicht demnächst auch einmal mit ein paar ausgesuchten Stücken seines irgendwie doch Lieblingssängers Gordon Lightfoot. "Dem habe ich übrigens auch geschrieben", sagt Sam Stadler. Antwort hat er keine bekommen.
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