26.11.2017 - 10:48 Uhr
Oberpfalz

"Hier kommt keiner lebend raus!": Begehrtes erstes Trepesch-Buch

Marcus Trepesch stellt im Kulturstift sein erstes Buch vor: "Hier kommt keiner lebend raus!" - in Comic-Manier, so kurz sind seine Worte. Um so länger ist dafür die Schlange der Gäste, die sich für das Signieren ihrer ergatterten Bücher anstellen.

Politisch voll dabei und Zynismus vom Feinsten. Das bieten die Comics von Marcus Trepesch, der am Freitagabend im Kulturstift sein erstes Buch vorstelle. Es ist unter dem Titel "Hier kommt keiner lebend raus" erschienen.
von Dagmar WilliamsonProfil

Kurz - und dann ist auch Schluss. So stellte sich Marcus Trepesch am Freitagabend seine Buchvorstellung vor. Schließlich habe er eine neue Serie zu schauen und müsse heim, sagte er augenzwinkernd. Zudem war er überrascht, dass so viele Gäste zur Vorstellung seines Buches erschienen waren. Was wiederum zur Verwunderung seiner Gäste führte, schließlich hat sich Trepesch in und um Amberg bereits einen Namen gemacht. Und obwohl er versuchte, seine Verlegenheit souverän zu überspielen, verrieten ihn seine gestikulierenden Anführungsstriche, wenn er über sich als Künstler sprach - und zwar jedes Mal.

Verleger aus Pressath

"Marcus übt sich im Understatement", sagte Stadtarchivar Jörg Fischer, der Trepesch bei der Begrüßung unterstütze. Durch Fischer lernte der Amberger Künstler vor einem Jahr auch den Pressather Verleger Eckhard Bodner kennen - und nach einem kurzen Ideenaustausch entstand ein Buch. "Das sind in erster Linie Zeichnungen und Comics, die ich schon vor einiger Zeit illustriert und gesammelt habe", sagte der 44-Jährige. Aber nur eine Aneinanderreihung von irgendetwas wollte er nicht gedruckt und gebunden haben. Deswegen überlegte sich der "passionierte Herrenreiter", wie er sich selbst nennt, eine Handlung. Sein namenloser Charakter fährt also mit der Bahn von Amberg nach Regensburg, über Schwandorf und kauft sich dieses besagte Buch. Während seiner Reise kommentiert der zynische Wicht mit Schwarzem Humor alles zwischen Himmel und Hölle. Er begegnet einer "Vögelscheuche", einem "Arschtronauten" und auch dem Verfasser selbst auf der vorletzten Seite. Der Leser blättert aber nicht nur durch bunte Illustrationen - schwarz auf weiß gibt er auch das Geheimnis der Tarnung preis. "Man könnte es eine Walt-Disney-Version von dem Film Sieben nennen", sagte Marcus Trepesch. Es könnte aber auch die Oberpfälzer Version von "Das kleine Arschloch" sein. Mit etwas Mundart-Spielerei, politisch auf dem neuesten Stand, inklusive der wichtigsten Bahnstrecke und alles was den Künstler täglich begegnet und bewegt.

Appell an Zahnarztgattin

Trepesch hat keine Vorbilder per Se, und das Kunstleben beschreibt er als nicht so klischeehaft, wie es sich so manch einer vorstellen mag. Deswegen sollte seiner Meinung nach die ein oder andere "gelangweilte Zahnarztgattin" davon absehen, eine Leinwand grün zu streichen, um sich dann einen esoterischen Tiefsinn dazu einfallen zu lassen. "So funktioniert das nicht." Ein kurzes Augenrollen folgte dem Schmunzeln.

"Nachtmahr 2" folgt

Sichtlich überwältigt war der Amberger auch von der positiven Resonanz. Der zu verkaufende Bücherstapel wurde im Minutentakt niedriger und die Gäste scharrten sich regelrecht um den Verfasser, um eine Originalunterschrift mit Widmung zu ergattern. Die erste Auflage von nur 400 Werken beweist, dass schon bald ein Neudruck erfolgen muss. Kaufen kann man "Hier kommt keiner lebend raus!" in Buchhandlungen in der gesamten Oberpfalz. Dass Marcus Trepesch ständig am Schaffen ist, zeigt auch seine kommende Ausstellung in Sulzbach-Rosenberg. "Nachtmahr 2" wird im Februar in der Buchhandlung Volkert zu sehen sein.

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