Hofer Symphoniker begeistern im Stadttheater Amberg
Klangschönheit mit Leidenschaft

Die Konzertsaison im Amberger Stadttheater wurde mit dem Auftritt der Hofer Symphoniker unter Leitung von Florian Merz und der Solistin Janina Ruh (Violoncello) großartig eröffnet. Bild: Sebastian und Benedikt Bockisch

Ein temperamentvoller, beinahe tänzerischer Dirigent, eine glanzvolle Solistin und begeisternde Hofer Symphoniker: Der Saisonauftakt zur Konzertreihe im Stadttheater Amberg ist ein Abend voll musikalischer Schönheit.

Die Hofer Symphoniker präsentieren am Sonntagabend zum Saisonauftakt der Konzertreihe im Stadttheater Amberg ein Programm, das viel musikalische Schönheit verspricht: Brahms Zweite Sinfonie, Dvoráks überaus beliebtes Cellokonzert und Josef Suks Scherzo Fantastique op. 35. Am Pult steht Florian Merz, der mit und ohne Taktstock das Orchester fest im Griff hat. Weiße Orchideen, Farn und Efeu rahmen die Bühne ein. Die Hofer Symphoniker, die in der Spielzeit 2015/16 ihr 70-jähriges Jubiläum feierten, geben ein prächtiges Bild ab. Festlich in Frack und Fliege, mit Lackschuh und Abendkleid sitzen die Musiker mit ihren Instrumenten im Scheinwerferlicht. Davor Maestro Merz auf dem gesicherten Podest! Er leitet mit temperamentvollen, beinahe tänzerischen Gesten sein Orchester. Das Theater ist sehr gut besucht, die Erwartungen sind hoch und werden erfüllt, sogar übertroffen.

Beschwingter Walzer

Eröffnet wird das Konzert mit Josef Suks "Scherzo Fantastique op. 35". Leicht und luftig die Streicher, kräftig die Bläser, beschwingt die Walzermelodie, die sowohl den Dirigenten, wie auch die Musiker zu großer Spielfreude animiert und geschickt überleitet zu Dvorak, der Schwiegervater und sicherlich ein Vorbild für Josef Suk war. Sein h-Moll-Konzert für Violoncello und Orchester op 104 steht im Mittelpunkt des Abends. Glanzvoll schon der Auftritt der Solistin Janina Ruh im grünschimmernden, schulterfreien Abendkleid mit Glitzerapplikation, die dunklen Haare um den Kopf geflochten, das Cello in der Hand, so nimmt sie neben dem Maestro Platz. Sie muss Schwerstarbeit leisten und tut dies mit bezaubernder Natürlichkeit, mit innigem Feingefühl und ausdrucksstarker Interpretation.

Das Werk beginnt düster, ist mit schwierigen Solopassagen für das Cello gespickt und endet in einem ausgelassenen Finalrondo. Erst am Schluss konzertiert das Soloinstrument gemeinsam mit dem Orchester. Solistin Janina Ruh füllt ihren Part mit Klangschönheit und Leidenschaft.

Virtuoses Feuerwerk

Einfühlsam und wundervoll lebendig spielt sie das schwierige Stück und entzündet ein virtuoses Feuerwerk, das seinesgleichen sucht. Eine Konzertbesucherin schwärmt in der Pause: "Sie ist eins mit dem Cello und spricht durch das Instrument!" Die Hofer Symphoniker begleiten die Solistin eindrucksvoll geschlossen und mit tief empfundener Zustimmung. Maestro Merz treibt mit seinem spannungsreichen Dirigat die Musiker zu Höchstleistungen an. Der Applaus will nicht enden, das Haus bebt. Janina Ruh verschenkt eine solistische Zugabe, die begeistert.

Steigerung ist kaum möglich, mag der eine oder andere Besucher denken. Aber mit Johannes Brahms Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 halten Orchester wie Dirigent auch nach der Pause das hohe Niveau. Mit sicherer Hand leitet Merz Streicher, Basstuba, Posaunen und Pauken, mischt Hörner, Flöten- und Oboen-Klänge, balanciert und manövriert durch die schwierigen Stimmverläufe. Seine Tempi bleiben flüssig, die Anforderungen an die Musiker hoch. Bläser wie Streicher haben keine Mühe, ihm mit rhythmischer Genauigkeit und Präzision zu folgen und diese Symphonie dynamisch zu gestalten.
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