09.06.2017 - 16:42 Uhr
Oberpfalz

Interntional gefeierter Orgelvirtuose Paolo Oreni gastierte in Ammersicht Nach Workshop spektakuläres Orgelkonzert in St. Konrad-Kirche

Eine eher unscheinbare Kirche entpuppt sich als Anziehungspunkt für namhafte Organisten, und Musikliebhaber kommen voll auf ihre Kosten.

Das Konzert des international gefeierten Orgel-Virtuosen Paolo Oreni (l.) in der St. Konrad-Kirche zu einem spektakulären Musikerlebnis. Dafür sorgte vor allem der Künstler selbst mit einer grandiosen Vorstellung. Ausgezeichnete Leistungen boten auch die „Meisterschüler“ Andreas Feyrer (Mitte) und Sebastian Brandl (r.), die Oreni gemeinsam mit weiteren Organisten bei einem dreitägigen Workshop auf das Konzert vorbereitet hatte. Zu einer Unterrichtseinheit traf man sich in der Pfarrkirche St. Marien in Sulzb
von Werner SchulzProfil

Ammersricht. Paolo Oreni ist ein international gefeierter, mehrfach preisgekrönter Konzert-Organist, der mit seinem atemberaubenden Spiel die Besucher seiner Konzerte in ganz Europa begeistert. Genau das gelang dem Mailänder Orgel-Virtuosen letzte Woche bei seinem zweiten Gastspiel in der Ammersrichter Sankt Konrad-Kirche.

Drei Tage lang war der Italiener zu Gast in der Vilsstadt und leitete einen Workshop, bei dem sich Organisten aus der Region in Sachen Improvisation, Literaturspiel und liturgisches Orgelspiel weiterbilden und perfektionieren konnten. Die ihm bekannte Ammersrichter Sandtner-Orgel mit ihren 1916 Pfeifen, 31 Registern und ihrem Doppelmanual erschien dem Virtuosen als für diesen Kurs optimal geeignet. Eine Unterrichtseinheit verbrachte der Meister mit seinen Schülern in der Pfarrkirche St. Marien in Sulzbach-Rosenberg, weil die dortige Orgel noch mehr französisch-romantische Register aufweist und daher einige Stücke noch authentischer klingen. Ein Konzert bildete den Abschluss der Kursreihe.

Nicht Oreni selbst, sondern der 22-jährige Kirchenmusikstudent Simon Jannik Holzwarth aus Aalen eröffnete den Konzertabend in der St.-Konrad-Kirche mit seiner mitreißenden Darbietung des Finales der 4. Orgelsymphonie von Louis Vierne. Ähnlich dynamisch und frisch gelang anschließend dem Sulzbach-Rosenberger Organisten Sebastian Brandl seine Interpretation eines Präludiums von Johann Ludwig Krebs.

Die Liebevolle

Die zarten, streichenden Register der Sandtner-Orgel kamen eindrucksvoll zur Geltung beim ruhigen Vortrag des Andantes von Albert Alain durch Jürgen Brakert, den Organisten der Weidener St. Konrad-Pfarrei. Virtuos und spannend präsentierte danach Andreas Feyrer das Allegro der 6. Symphonie von Charles-Marie Widor. Mittels kluger Wahl der Register ließ der Ammersrichter Kirchenmusiker in seinem Heimspiel die Sandtner-Orgel erklingen, als stamme sie vom "Meister der Meister" des französisch-romantischen Orgelbaus, Aristide Calvaillé-Coll.

Die Verspielte

Spektakulär dann der Einstieg in die zweite Konzerthälfte, die der italienische Star-Organist selber gestaltete. Er wartete mit der "Fantasie und Fuge über B-A-C-H" von Franz Liszt auf, ein Klavierstück, das einer von Orenis Orgellehrern, Jean Guillou, für die Orgel bearbeitet hat. Monumental harfende Akkordflächen wechselten sich mit schummrig romantischen und seraphischen Klängen ab.

Auf Liszts Kolossalgemälde folgte ein energiegeladener Querschnitt von Orenis Spieltechnik, darunter eine gut fünfzehnminütige Improvisation über gleich drei von den Besuchern vorgegebenen Themen. "Großer Gott, wir loben dich", "Der Heiland erstand" und Beethovens "Freude schöner Götterfunken".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.