"Irish Christmas" im Amberger Stadttheater
Wie die Iren Weihnachten feiern

Das junge Ensemble aus dem irischen Kerry begeisterte das Publikum vor allem mit seinen Stepptanz-Nummern. Dafür gab's an diesem Abend im Stadttheater den meisten Beifall. Bild: Steinbacher

Es war "Irish Christmas" im Stadttheater. Und dabei kam auch ein wenig Riverdance-Feeling auf, was die Zuschauer ziemlich begeisterte.

"Nollaig Shona Dhuit" ist Gälisch und bedeutet so viel wie "Fröhliche Weihnachten". Mit einem solchen Gruß von der grünen Insel hatte die "Ceol Chiarraí Production" aus dem irischen Kerry ein junges Ensemble in die Oberpfalz geschickt, um hier eine "Irish Christmas" zu feiern. Der Auftritt im Stadttheater war für die Gruppe zugleich die Tournee-Premiere.

Und entsprechend nervös agierten die Mitglieder auf der Bühne. Doch das hiesige Publikum verzieh gerne die leichten Unsicherheiten der einzelnen Künstler, denn das Programm der irischen Weihnachtsrevue war abwechslungsreich und stellte einige landestypische Lieder und Tänze vor. Und weil im 19. Jahrhundert viele Iren das Land verlassen mussten, um anderswo auf dieser Welt ein Auskommen zu finden, mischten sich die Bräuche mit den dortigen.

Deutsche Weihnachtslieder

Deshalb standen auf dem Programm auch irisch-englische, irisch-amerikanische und irisch-australische Nummern - und sogar ein paar deutsche Weihnachtslieder waren Teil der Show, obwohl nicht bekannt ist, dass sich besonders viele Iren aufs europäische Festland verirrt hätten. Aber das war wohl mehr eine kleine Respektsbezeugung vor den Traditionen des Gastlandes.

Liosa Murphy und Declan Arthurs gaben den Gesangsvorträgen mit ihren angenehmen Singstimmen ein nicht allzu folkloristisches Gepräge. Ihre Balladen gingen zu Herzen. Aber bei aller Sentimentalität und allem Erinnern an die schweren Zeiten, denen das irische Volk in den vergangenen Jahrhunderten unterworfen war: Die todtraurigen Lieder wiesen keine Spur von Ethno-Kitsch auf, sondern beschrieben die schlimmen Ereignisse in einer fast fatalistischen Weise, die - ehrlich und aufrichtig interpretiert - ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlte.

Ein kleines Quäntchen Kitsch hat sich allerdings doch eingeschlichen. Musikdirektor Kevin Murphy hat seinem Instrument, dem Piano, eine zu große Rolle zugewiesen, die ihm so im Irish Folk nicht zukommt. Da versanken die traditionellen Fiddles, Banjos und Tin Whistles ein wenig im Meer des Einheitsklanges.

Atemberaubende Folgen

Besonders beliebt beim Publikum waren natürlich die Stepptanz-Nummern von Donna Durack und Thomas Armstrong, die - manchmal verstärkt durch Declan Arthurs, Liosa Murphy und Mitglieder der Band - das Riverdance-Feeling auf die Bretter, die die Welt bedeuten, brachten. Mit flinken Füßen und atemberaubenden Steppfolgen begeisterten die Tänzer die Zuschauer und bekamen immer wieder den meisten Beifall.

Das Ensemble gab mit seiner Vorstellung einer "Irish Christmas" einen kleinen Überblick über die traditionelle Weise, wie das Weihnachtsfest in seiner Heimat gefeiert wird.

Kerzen-Zeremonie und Flammentanz zeigten, wie sich die keltischen Bräuche mit christlichen Einflüssen zu einer ganz eigenständigen und eigentümlichen Mischung aus fröhlichen Tänzen, nachdenklich stimmenden Liedern und manchmal skurril anmutenden Zeremonien vereinigten.

Und diese bunte Palette von Darbietungen war genau das Richtige für die Zuschauer im Stadttheater, die sich bei den jungen Künstlern mit einem kräftigen Applaus bedankten.
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