Jahresprogramm 2017 der Stadtgalerie Alte Feuerwache vorgestellt
Winterkönig kommt zurück

Sie legen das Jahresprogramm 2017 der Stadtgalerie Alte Feuerwache allen Kunstinteressierten ans Herz (von links): Kuratoriumsmitglied Michaela Grammer, Kulturreferent Wolfgang Dersch, Sabine Seberak, Amberger Filialleiterin der Sparda-Bank, Michael Gruber, Vorstand der Sparda-Bank Ostbayern, OB Michael Cerny, Stadtmuseumsleiterin Judith von Rauchbauer und Kulturamtsleiter Thomas Boss. Bild: Steinbacher
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
10.01.2017
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Lauter Höhepunkte sah Kulturreferent Wolfgang Dersch bei der Vorstellung des Programms der Stadtgalerie Alte Feuerwache für 2017. Aber auch ein "Highlight der Highlights". Das haucht dem Winterkönig neues Leben ein.

Und zwar in Gestalt der Kölner Künstlerin Marion Anna Simon. Die war 2014 in Amberg, als ihr Mann Björn Schülke im Luftmuseum ausstellte, und wurde laut Dersch durch ein Gespräch mit der Amberger Kunsthistorikerin Michaela Grammer "mit dem Thema Winterkönig infiziert". Deshalb wird Friedrich V. jetzt aus der Perspektive der zeitgenössischen Kunst beleuchtet.

Zug zur Schiffbrücke

Das bedeutet für die Stadtgalerie, dass sie in dieser Zeit komplett umgestaltet wird und bunte Wände erhält. "Sie werden sie nicht wiedererkennen", versprach Dersch. Zur Eröffnung der Ausstellung "Der Winterkönig im Schlamm der Kunst" gebe es einen großen Zug zur Schiffbrücke, wo dann zwölf gemalte Köpfe angenagelt seien - eine Reminiszenz an das Schicksal der Gefolgsmänner des Winterkönigs, nachdem sein Heer 1621 die Schlacht am Weißen Berg verloren hatte. Auch in Amberg werde die aktuelle Weltpolitik in die Ausstellung mit hineinspielen, kündigte Dersch an. Michaela Grammer bemerkte zu Maria Anna Simons Werken rund um den Winterkönig: "Sie hat sich an einer historischen Person abarbeiten können, die eine tragische Figur war. Die ganze Ausstellung arbeitet mit Abgründen, mit Kulissenhaftigkeit."

Im Programm 2017 finden sich alte Bekannte aus der zeitgenössischen Kunst Ostbayerns ebenso wie eine Neuentdeckung: Die Straubingerin Isabel Edsperger zeigt die Bilder zum Thema Familie, mit denen sie 2016 den Sparda-Bank-Kunstpreis Amberg gewonnen hat. Spannend macht es das Kunstkollektiv Freie Klasse München, das seinen Part unter das Motto "Zittern" stellte. Laut Programm sollen "Orte und Räume in der Stadt" den Anlass dazu geben.

Preisgeld verdoppelt

Das Programmheft liegt in allen städtischen Gebäuden aus. Es enthält zudem Informationen zum "Sparda-Bank-Kunstpreis Amberg", der in seiner nächsten Auflage nicht nur einen mit 3000 Euro dotierten 1. Preis hat, sondern auch drei Anerkennungspreise mit je 1000 Euro. Wolfgang Dersch hob hervor, wie verdienstvoll diese Verdoppelung des Preisgeldes sei, und lobte die Bank für ihr "antizyklisches Handeln".

OB Michael Cerny dankte den beiden Vertretern der Sparda-Bank für die Förderung der Ausstellungsreihe seit sechs Jahren. "Ohne diese Unterstützung wäre das Ganze nicht in dieser Form machbar." Michael Gruber, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Ostbayern, erläuterte, die Mittel dafür stammten aus der Sparda-Bank-Stiftung und dem Gewinnsparverein. Mit dem Programm-Schwerpunkt der zeitgenössischen Kunst aus Ostbayern entspreche die Stadtgalerie dem Geschäftsgebiet der Bank.

Programm 201712. Januar bis 19. Februar: Karin Fleischer (Laaber), "Vom Konzert der Sinne" (siehe "Musik als inspirierende Quelle" unten).

23. Februar bis 26. März: Isabel Edsperger (Regensburg), "Familie".

6. April bis 7. Mai: Helmut Rösel (Sulzbach-Rosenberg), Bilder und Zeichnungen 2000 - 2017.

18. Mai bis 2. Juli: Marion Anna Simon (Köln), "Der Winterkönig im Schlamm der Kunst".

20. Juli bis 3. September: Robert Diem und Hanna Regina Uber (Aschach), "Position und Wandlung".

7. September bis 15. Oktober: Freie Klasse München (1987 vom Etsdorfer Künstler Wilhelm Koch mitbegründet), "Zittern".

26. Oktober bis 3. Dezember: Peter Dorn (Regensburg), "Zeichnung und Montage".

7. Dezember bis 6. Januar 2018: Gruppe Amberger Künstler , 44. Jahresausstellung. (ll)


Nicht jedem gefällt alles, aber das gehört zur Kunst dazu.OB Michael Cerny
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