21.03.2018 - 20:00 Uhr

"Jazz is back in town": Trio "Seide" im Amberger Casino-Saal So schmeichelnd wie Seide

Auf einmal ist er wieder da, der Jazz. Auch in Amberg meldet er sich zurück: "Jazz is back in Town". So nennt sich die neue Reihe mit spannender Blues-, Swing- oder Soulmusik. Im leicht verstaubten Casino-Saal funktioniert die mutige Idee aus dem Kulturamt auch recht gut.

Das Trio "Seide" bietet feinen deutsch-sprachigen Songwriter-Jazz, der das Publikum begeistert. Umrahmt vom einfühlsamen Tastenspiel von Tino Derado am Klavier und dem brillanten Cellisten Henning Sieverts entfaltet Sängerin Sabine Seide voll Leidenschaft und mit warmer, biegsamer Stimme ihre etwas andere Art der poetischen Interpretation. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Marielouise ScharfProfil

Schließlich gibt es ja noch mehr als Klassik, Schlager und Pop. Ein Genre, das nicht so glatt und abgenudelt daherkommt. Etwas, das anders ist - Jazz. Und die drei von Seide sind anders, ganz anders! Am Dienstagabend lädt Frontfrau Sabine Seide gemeinsam mit dem Berliner Pianisten Tino Derado und dem Cellisten Henning Sieverts zum Konzert, vorwiegend mit Titeln aus ihrer neuen CD "Der wilde Mohn".

Lockere Atmosphäre

Auf Holzstühlen, unter abgedunkelten Kristalllüstern wartet das Publikum auf das Konzert mit Seide. An der Bar lässt sich kühle Erfrischung holen, auf der kleinen Bühne bringen die drei Vollblutmusiker vorwiegend Eigenkompositionen, getextet von Sabine Seide. Das berichtet sie im lockeren Plauderton. Das lange Haar in der Mitte gescheitelt, das Mikrofon meist in der rechten Hand, die schmale Figur umspielt ein silbern glitzerndes Bühnenkleid.

Pfiffe und Applaus

"Wir sind Seide", sagt die Frontfrau selbstbewusst und stellt so das ungewöhnliche Trio aus Stimme, Klavier und Cello/Bass vor, das tatsächlich mit außergewöhnlichen Jazz-Pop-Soul-Songs (vorwiegend) in deutscher Sprache auftrumpft.

Ein paar "musikalische Kinder" vom Debüt - Album "Passion, Pain & Poetry" in englischer Sprache sind auch dabei. Daraus wählt sie zur Konzerteröffnung den Titel: "My wish (I like)". Und mit dem italienischen Oldie "Volare" aus dem Repertoire "Schmuggelware" haucht sie sich vollends in die Gunst des Publikums, das mit begeistertem Szenenapplaus und Freudenpfiffen die Gesangsdarbietungen, aber auch die Instrumentalsoli feiert.

"Eine tolle Stimme - da kann ich so richtig abhängen", schwärmt eine Besucherin in der Pause. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine, denn mit den Liedern entführt das Trio auch schon mal mit Glockenspiel und Rhythmusmaschine in "Traumländer", unternimmt bei der herrschenden Eiseskälte einen "Flug in den Mai" und verspricht ein "Nightfever". So überraschend anders, so sanft schimmernd, so schmeichelnd wie Seide.

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