12.05.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Jugend-Club des Stadttheaters begeistert mit Premiere Berg der Bedeutung

Noch trägt Agnes (Christina Porebski) die Leopardenschuhe, die sie einst von ihrer Mutter bekommen hatte. Der Verzicht auf dieses Paar macht die junge Frau zum Mittelpunkt des Bergs der Bedeutung. Bild: Steinbacher
von Julia Hammer Kontakt Profil

Am Anfang stand dieser Satz: "Nichts bedeutet irgendwas, das weiß ich schon lange!" Mit derart ausdrucksstarken Worten begann die Premiere von "Nichts - was im Leben wichtig ist", die der Jugendclub des Stadttheaters unter der Leitung von Regisseur Winfried Steinl am Freitagabend auf die Bühne brachte.

"Die Thematik des Romans von Janne Teller ist grundsätzlich sehr ernst, deshalb haben wir gemeinsam versucht, diese Ernsthaftigkeit aufzubrechen und auch lustige Szenen mit einzubauen", erläuterte Steinl. Bereits seit einigen Jahren fördert er intensiv das Interesse von Jugendlichen am Theater. "Ich arbeite sehr gerne mit jungen Menschen. Dadurch entstand auch die Idee, einen Jugend-Club zu gründen. Unser Stadttheater bietet die perfekte Atmosphäre."

Zum Stück: Eines Tages beschließt der junge Schüler Pierre Anthon, gespielt von Simon Rauch, dass nichts im Leben Sinn macht und nichts von Bedeutung ist. Er klettert auf einen Pflaumenbaum nahe der Schule. Von dort oben bombardiert er seine Mitschüler mit Obst und Beschimpfungen: "Ihr werdet nie etwas im Leben erreichen, warum lasst ihr es also nicht gleich bleiben?" Die anderen Jugendlichen fühlen sich derart stark provoziert, dass sie ausmachen, etwas gegen Pierre zu unternehmen.

So beschließen Ayla (Julia Kalb), Rosa (Alexandra Koller), Ole (Alexander Röckl), Elise (Stefanie Rascher), Kai (Andreas Guckenberger), Hans (Stefan Fliert), Marie Ursula (Tanja Loos), Frederik (Michael Schormüller), Gerda (Sarina Wagner), Agnes (Christina Porebski), Sofie (Nadine Hofmann) und Jan Johann (Tobias Haller), Gegenstände von Bedeutung zu sammeln, um Pierre zu beweisen, dass das Leben sehr wohl einen Sinn haben kann. "Wir bauen einen stattlichen Berg von bedeutenden Dingen! Einen Berg der Bedeutung!"

Schnell wird klar, dass jeder etwas von großer Wichtigkeit und emotionalem Wert abgeben muss. Wer sein Opfer gebracht hat, darf vom Nächsten etwas fordern. Es beginnt mit einem Paar Leopardenschuhe, das Agnes von ihrer Mutter bekommen hat und nun abgeben soll. Dem folgen der kleine Hamster Oskar, eine Deutschlandfahne, Boxhandschuhe und ein neues Fahrrad. Dabei sind sich die Jugendlichen sicher: "Je größer und schmerzhafter das Opfer, desto größer ist seine Bedeutung!"

Als von Elise jedoch gefordert wird, sie solle ihren kleinen Bruder, der auf dem Friedhof begraben liegt, hergeben, wird aus dem anfänglichen Spaß bitterer Ernst. Auch Kai muss ein großes Opfer bringen: Ihm wird der Zeigefinger der rechten Hand abgeschnitten, wodurch er nie wieder Geige spielen kann. "Jeder von uns hat etwas geopfert, das ihm wichtig ist. Und Wichtigkeit ist Bedeutung. Wir haben Pierre geschlagen!"

Doch als er den "Berg der Bedeutung" erblickt, verspottet er die Gegenstände und macht sich über seine Mitschüler lustig. "Da machte er einen Fehler und drehte uns den Rücken zu" - in diesem Moment stürzen sich die Zwölf auf ihn und bringen ihn um. Ohne ein Wort holt jeder seinen "Gegenstand der Bedeutung" zurück und geht. Das Gute an dem Stück ist, dass es ein offenes Ende hat. So können die Zuschauer selbst entscheiden, wie sie damit umgehen.

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