06.08.2017 - 12:28 Uhr
Oberpfalz

Kabarettist erzählt im ACC von seiner Reise durch die Jugend und mehr: Ringlstetter kein Grund "zum Speia"

Mit drei jungen Herren aus Linz ließ Hannes Ringlstetter erst mal die Stimmung im ACC testen. Auf urkomische Weise mit österreichischem Schmäh heizten "Jo Strauss" diese an, damit der Hauptact auch wirklich die Bühne betrat: "Er hat uns als Vorband, um zu sehen, ob das Publikum auch würdig ist."

Hannes Ringlstetter (Zweiter von rechts) und seine Band zauberten nicht nur romantische Beleuchtung ins ACC, sondern vor allem jede Menge Spaß und kabarettistischen Unsinn - sehr zur Freude des Publikums, das aus dem Lachen kaum herauskam. Bild: kge
von Karin HegenProfil

"Danke, dass Sie ihren süßen Arsch hier herbewegt haben", begrüßte der Kabarettist nach kleinem Umbau mit breitem Grinsen schließlich seine Fans. Äußerlich seriös im Anzug, aber albern und frech wie eh und je, hatte er sich in den Saal "locken" lassen. Vom ersten Moment an war klar, dass er sein Publikum in Amberg niemals alleine gelassen und enttäuscht hätte: "Alle in der Band haben für heute Abend ein Herzerl in den Kalender gemacht und ein ,A' daneben geschrieben."

Auf seiner Reise durch seine Jugend und Musikkarriere nahm er die Zuschauer mit Vollgas mit, wobei er selbst über den Blödsinn, den er so verzapfte, vor lachen manchmal nicht weiterreden konnte. Er begann mit der Beatparty im Heimatort im zarten "Saftl-Alter" - also in der Pubertät, wenn alle Jungs aus sämtlichen Körperöffnungen dünsteten: "Es gibt fast nix Besseres, als Tequila zu speia."

Weiter dann mit der katholischen Jugendgruppe nach Budapest, wo ihnen der Pfarrer Selbstgebrannten in Literflaschen für die Eltern mitgab. Dieser hatte allerdings die Reise zurück mit dem Bus zweimal durch die Kehlen der Knaben gemacht und verblieb auf den Sitzen, feixte Ringlstetter. Wien war das nächste Ziel seiner Exkursion und wurde mit einer Hommage auf die stets offenen Imbissbuden bedacht, "wenn es mitten in der Nacht uns dürstet und würstet."

Für jeden Ort und jede Geschichte, die er so erlebt oder sich nur ausgedacht hatte, gab es den passenden Song. Ganz klar war die Fabrikation seiner äußerst wertvollen und seltenen "Bananenblatt-Gitarre" reine Fantasie, aber bei den anderen Anekdoten konnte man sich nicht sicher sein. Vielfältig wechselte die Band passend das Genre von Rock über Country bis zum Heimatlied. Letzteres hatte er sich selbst geschrieben - "sonst kriegt alle der Gabalier und ich kammert aus dem Speia nicht mehr raus". Mit seinem Liebeslied an Niederbayern wollte er den Abend beenden, wurde aber durch tobende Begeisterung zur Zugabe genötigt.

Zitate

"I was in the Saftl-age and wanted to knack the ladies."

"Kennen sie den geilsten Beziehungssatz? Schatz, geh schon mal vor ... Oder: Woran denkst du gerade? - Kennst du nicht."

"Chillen ist sich wundliegen."

"Der Sepp ist in Alkoholismus gepfercht und hat seitdem den Kontakt zu Konsonanten verloren."

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