29.01.2001 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Kantor Wieland Hofmann: Abschied von der Paulanergemeinde Amberg Ein Kniefall war nie nötig

Amberg. (tk) Neben den musikalischen Fähigkeiten war es auch die Bescheidenheit, mit der sich Wieland Hofmann in Amberg viele Freunde gemacht hat. Fast auf den Tag genau vor 21 Monaten übernahm der Kantor seine erste voll
verantwortliche Stelle als Kirchenmusiker bei der evangelischen Paulaner-Gemeinde.

von Redaktion OnetzProfil

Weil der 33-Jährige zum 1. Februar seine "Wunsch-Stelle" in seiner Heimatgemeinde Erlangen-Altstadt annehmen wird, dankte im die Pfarrei um Pfarrer Rüdiger Löbermann für das Engagement. In der ihm eigenen ruhigen Art gab Hofmann zum Abschied alle Komplimente zurück: "Nicht Ihr habt mir zu danken, ich habe Euch zu danken." Obwohl der Kantor "nur" 21 Monate in Amberg seiner Profession nachging, habe sich die Gemeinde laut Löbermann "so sehr an ihn gewöhnt". Den Moment des Abschieds bezeichnete der Geistliche nicht nur deswegen als "schwer, hart und traurig".

Würdigung des jungen Musikers

Weil es sich bei Hofmanns Posten um eine befristete Stelle handelt (seine Vorgängerin kehrt in 15 Monaten aus dem Mutterschutz zurück) wird sich die Überbrückung dieser Zeit nicht einfach gestalten lassen. Ein Nachfolger war jedenfalls am Sonntag bei der Verabschiedung nach dem 9.30-Uhr-Gottesdienst im Gemeindehaus noch nicht in Sicht. Groß war die Runde derer, die sich von Wieland Hofmann bei einer Tasse Kaffee und einem persönlichen Gespräch verabschieden wollten. Allen voran würdigte Löbermann die Verdienste des jungen Musikers, der keine Starallüren an den Tag gelegt habe und immer mit sich habe reden lassen: "Schön, dass Sie die Zeit mit uns gesungen und gearbeitet haben." Als Dankeschön überreichte der Pfarrer an den scheidenden Musiker ein Präsent. Geschenke gab es auch vom Posaunenchor und dem Gospelchor.

Dienst in der Paulanergemeinde

In seiner Laudatio stellte Pfarrer Rüdiger Löbermann heraus, dass es Hofmann in seiner Amberger Zeit "immer um den Dienst in der Gemeinde" gegangen sei. "Ein Kniefall", wie er an anderen Orten vor Kirchenmusikern keine Seltenheit sei, habe es in der Paulanergemeinde nie geben müssen: "Er hat immer alles mit dem nötigen Ernst, Schwung und Einsatz erledigt."

Schwerer Abschied

Sichtlich schwer fiel dem Kantor das Lebewohl, wenngleich er in Erlangen noch bessere Arbeitsbedingungen vorfinden wird. Wie der 33-Jährige sagte, handle es sich dabei um ein Engagement in seiner Heimatstadt und zudem um eine unbefristete Stelle.

Musikalischer Abschiedsgruß

Einen musikalischen Abschiedsgruß gab Hofmann der Gemeinde und allen Freunden der Kirchenmusik am Sonntagabend. Getreu seinem Konzert-Motto "Ein Bach ist immer dabei" lud er in die Paulanerkirche zu Werken von Johann Sebastian Bach ein. Dazwischen waren zwei Choralbearbeitungen zu hören.

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