02.06.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Künstlersymposium in Amberg „Von Künstlern für Künstler“

Sie malen, zeichnen und arbeiten mit Holz, Glas oder Metall - einer performt. Sie setzen sich intensiv und individuell mit dem Thema "Vanitas" auseinander: Die Teilnehmer des Künstlersymposiums in Amberg. Besucher können bei der Entstehung der Werke hautnah dabei sein.

Michaela Peter, Hanna Regina Uber und Marion Mack (von links) organisieren seit fünf Jahren gemeinsam das Künstlersymposium in Amberg. Bild: wih
von Miriam Wittich Kontakt Profil

"Von Künstlern für Künstler" ist das Symposium in Amberg, erklärt Initiatorin Hanna Regina Uber. Aber auch Kunstinteressierte bekommen tiefe Einblicke in das Schaffen der Künstler. Gemeinsam mit Marion Mack und Michaela Peter organisiert Uber zum fünften Mal die Veranstaltung in Amberg. Vom Montag, 5., bis Samstag, 10. Juni, kommen 14 internationale Künstler im Kulturstift (Neustift 47) zusammen und arbeiten eine Woche lang gemeinsam "cross over".

Das bedeutet mit unterschiedlichen Techniken und Materialien. Durch die gegenseitige Reflektion und den Austausch über Kunst, Gesellschaft und Philosophie entsteht eine besonders inspirierende und dynamische Arbeitsatmosphäre, und die Künstler entwickeln zu einem vorgegebenen Thema ihre eigenen künstlerischen Positionen.

"Vanitas" lautet es in diesem Jahr. "Wir versuchen immer ein Thema mit breitem Spektrum auszusuchen", erklärt Mack. Über das Thema des Symposiums wird im Vorfeld abgestimmt. "Der Mehrwert entsteht dann durch die Gemeinschaft. Das Motto wird diskutiert und jeder reflektiert für sich. Für mich ist 'Vanitas' das Bemühen und die Eitelkeit, das Vergängliche festzuhalten - ein Paradoxon." Manche Künstler haben schon vor dem Symposium ein Konzept. Andere entwickeln das erst währenddessen.

Vielfalt und Ernsthaftigkeit

In der Annäherung an das Thema kommen die unterschiedlichsten Materialien und Techniken zur Anwendung. Bei der Auswahl der teilnehmenden Künstler war den drei Organisatorinnen diese Vielfalt besonders wichtig. Genauso wie Ernsthaftigkeit. "Kriterium ist, dass die Künstler schon über viele Jahre Kunst machen", erzählt Uber.

Peter begeistert die "Vielfalt in der Herangehensweise und die schöne Arbeitsatmosphäre. Wir Künstler tauchen eine Woche ganz tief ein." Das ist auch für Besucher interessant. Die dürfen nämlich nicht nur zur Vernissage oder Ausstellung kommen, sondern können den Künstlern von Montag bis Freitag jeden Tag von 16 bis 18 Uhr über die Schultern schauen. "Schön ist auch, wenn sie mehrfach kommen und den Prozess beobachten", schildert Peter. Jeden Tag dabei sind auch Studenten der OTH in Amberg. Sie drehen im Rahmen eines Medientechnik-Seminars einen künstlerischen Dokumentarfilm über das Symposium.

Am Samstag, 10. Juni (19.30 Uhr), werden die Werke in einer Vernissage mit Abschlussfest und DJ in der Galerie im Kulturstift gezeigt. Auch das Video der Studenten wird an diesem Abend präsentiert. Die Ausstellung ist im Anschluss bis zum 25. Juni - also auch am Altstadtfest-Wochenende - zu sehen. "Sehr gut, dass die Ausstellung zu diesem Event stehen bleibt. Da ist im Kulturstift offen mit Musik und Bewirtung", freut sich Peter. In den letzten Jahren war das Symposium immer erst im August, dieses Jahr ist es zum ersten Mal bereits an Pfingsten.

Viele Unterstützer

Das Kulturstift stellt die Räume für die Dauer des Symposiums umsonst zur Verfügung. "Das ist sehr großzügig, dafür sind wir dankbar", freut sich Uber. Unterstützt werden die Künstler auch von der "Kultur- und Sportstiftung der Stadtwerke", der "Förderstiftung der Sparkasse Amberg-Sulzbach" und von Familie Ruttmann aus Schnaittenbach.

"Das Symposium ist eine Non-Profit-Veranstaltung, aber wir wollen nicht, dass den Künstlern Kosten entstehen", schildert Uber. Mit den Sponsorengeldern werden Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Materialkosten abgedeckt. "Nach der Ausstellung nehmen die Künstler ihre Werke mit nach Hause. Das ist dann quasi ihr Lohn für die Woche Arbeit, in der sich alle extra für das Symposium freinehmen."

Das Thema

"Dieses Jahr stellen sich die Künstler dem Thema 'Vanitas '. Ein kunstgeschichtlich bedeutendes und zugleich aktuelles Thema", erzählt Organisatorin Uber. Laut Duden ist Vanitas die "Vergänglichkeit alles Irdischen als Thema der abendländischen Dichtung und der bildenden Kunst". Aus dem Lateinischen wird der Begriff mit "Leere, leerer Schein; eitles Vorgeben, nichtiges Treiben" übersetzt. Im kunstgeschichtlichen Kontext verwendet als Symbol der Vergänglichkeit. Themen der letzten Symposien waren "off limits", "Higgs-Boson", "Habitat", "Durchblick".

Die Künstler

Hanna Regina Uber ist Bildhauerin mit Werkstatt in Aschach, Marion Mack ist Glaskünstlerin und vermittelt Kunst an Schulen. Wie auch Michaela Peter ist sie Teil des Kunstkombinats in Amberg. Peter ist außerdem Kunsttherapeutin. Neben den drei Organisatorinnen sind mit Kurt Etzold, Heike Lepke, Stefan Stock, Marcus Trepesch, Heini Hohl, Stefan Wolfsteiner und Erika Wakayama weitere Künstler aus der Region dabei sowie Anja Röhnelt-Kamm vom Ammersee und Marion Steger aus Deggendorf. Zum ersten Mal eingeladen sind die Tschechin Katerina Dobroslava Drahosova und Imad Mousa aus Syrien.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.