15.01.2018 - 16:26 Uhr
Oberpfalz

"Magic of Queen" mir Markus Engelstädter im Stadttheater Verdammt nah dran am Original

Der Tod von Freddie Mercury im November 1991 bedeutet auch das Ende der Band Queen in Originalbesetzung. Aber die Faszination und die Magie leben weiter - in Markus Engelstädter.

Optisch ähneln sich Markus Engelstädter und Queen-Legende Freddie Mercury nicht. Gesanglich kommt der gebürtige Eschenbacher seinem 1991 verstorbenen Vorbild aber sehr nahe. Das Publikum im Stadttheater weiß das zu schätzen. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Redaktion OnetzProfil

Von Helmut Fischer

Die Queen-Fans erlebten am Samstagabend im Stadttheater die Show einer tollen Band mit Gitarren, Drums, Keyboards und einem siebenköpfigen Streicherensemble. Die Akteure rissen die Zuhörer mit diesem Queen-Revival nicht nur zu Begeisterungsstürmen hin, sondern buchstäblich von den Sitzen.

Überwältigend war es, wie diese Truppe um Markus Engelstädter die Faszination lebendig werden ließ. "Queen waren live einer der mitreißendsten und kraftvollsten Rock-Acts aller Zeiten. Die Magie und die unglaubliche Bühnenpräsenz von Freddie Mercury bleiben unvergesslich." So konnte man es im Theater im Programmheft lesen. Wie 2011, als Engelstädter zuletzt in Amberg gastierte, damals mit seiner Band Flash, war es auch am Samstag frappierend, wie genau er sein großes Vorbild studiert hat. Die Bewegungen, die Art der Präsentation, der Habitus, hier stand keine Kopie auf der Bühne, hier lebte ein fast fanatischer Nachfahre den genialen Freddie Mercury in seiner unvergleichlichen Präsenz nach. Seine Vier-Oktaven-Stimme gab ihm die Möglichkeit, die Emotionen, die Leidenschaft, auch die balladenhaften Stimmungen der Songs so phänomenal nachzuempfinden.

Alle Klassiker zu hören

Die Dramatik der Songs, der Wechsel zwischen intimer Stimmung und aufreizender Kraft, der Umgang mit seinem Instrument, dem Mikrofon, Engelstädter hatte das Publikum immer im Griff, forderte es zu euphorischem Mitklatschen und Mitsingen auf. Die bekannten Songs "A kind of magic" und " I want it all", ein intimes, einfühlsames Duett mit der Sängerin Aurora Perry "I was born to Love you", das fetzige, mitreißende "Somebody to Love", ein irres, an Brian May erinnerndes Gitarren-Solo und das emphatische "I want to break free" im ersten Teil, es war eine fast exzessive Show, die da über die Rampe ging mit einem Wahnsinns-Sound und mit tollen, nicht überzogenen Lichteffekten. So energiegeladen ging es nach der Pause weiter. Bei der wunderbaren Ballade "Love of my Life" ("Die schönste von Freddie", wie Engelstädter ankündigte) erzeugte er, unterstützt von Hermann Trautner mit der Akustik-Gitarre, eine sehr intensive Stimmung.

Zwischendurch stellte Engelstädter seine Musiker vor und vergaß auch nicht die Streichergruppe. Drummer und Piano hatten so Gelegenheit für jeweils eine grandiose Solo-Improvisation. Und dann die begeisternde Hymne "Barcelona". Im Jahre 1988 von einem Freddie Mercury in all seiner Kraft mit der begnadeten Sopranistin Montserrat Caballé als Hymne für die Olympischen Spiele 1992 kreiert, ist dies eine unglaublich bewegende Reminiszenz an zwei großartige Künstler. Hier war Aurora Perry ganz "Operndiva" im lila Abendkleid und mit glänzendem Collier. Opernelemente, Koloraturen, Dreiklänge rauf und runter, dazu ein eindrucksvoller, schöner Streichersatz - es war eine Demonstration der Leidenschaft und stimmlichen Brillanz zweier Ausnahmekünstler, die zu stehenden Ovationen hinriss. "Bohemian Rhapsody" in einer ganz eigenen Inszenierung, und als (vermeintlichen) Schluss das aufwühlende "The Show must go on" - von Stück zu Stück heizte sich die Show auf. Begeistert klatschten und sangen die Zuhörer mit und sie ließen Markus Engelstädter und seine Truppe nicht gehen. Mit dem skandierten "we will, we will..." wurden Zugaben eingefordert.

Nicht ohne Zugaben

Die gab es dann auch mit "Spread your wings" und dem geforderten "We will Rock You". Es folgte Dank von Engelstädter an das Publikum und an den Kulturreferenten Wolfgang Dersch mit der Hoffnung, nicht wieder sieben Jahre auf den nächsten Auftritt in Amberg warten zu müssen. "We are the Champions" war dann wirklich der Abschied.

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