Marcus Trepesch bereichert bundesweite Ausstellung
Im elitären Kreis der Anglizismus-Gegner

Amberg. (tk) "Okay, ich check' noch meine E-Mails und dann treffen wir uns am Terminal im Coffee-Shop neben dem Meeting-Point, wo wir in einer Talkrunde mal relaxed über unser Burn-out-Syndrom reden." Zugegeben, dieser Satz ist frei erfunden, er dokumentiert aber, dass sich Sprache entwickelt. Immer öfter halten Anglizismen Einzug und gehen in den Sprachgebrauch über, was den in Dortmund ansässigen Verein Deutsche Sprache seit vielen Jahren stört.

An diesem Wochenende startet er in Marburg eine Wanderausstellung mit 120 Arbeiten von 60 Karikaturisten, die sich dem Mischmasch aus Deutsch und Englisch widmen. Einer von ihnen ist der Amberger Marcus Trepesch, Jahrgang 1973, der es als einziger Künstler aus der Region in den elitären Kreis derer geschafft hat, deren Werke in die Präsentation aufgenommen wurden. Wie der Verein Deutsche Sprache beschwert sich auch Trepesch über das Kauderwelsch, das Denglisch mit sich bringt. Da ist zum Beispiel der Facility Manager, der früher einfach nur ein Hausmeister war, oder der "Coffee to go", der mittlerweile so allgegenwärtig zu sein scheint, dass ihn viele Kaffeetrinker dennoch zusätzlich "zum Mitnehmen" bestellen.
In seiner eingereichten Karikatur kämpft Trepesch für den Erhalt des früher gängigen Vokabulars. "Wos fiad Fitness" (Etwas für die Fitness) - das versteht der Bayer, nicht aber der Denglisch-Sprecher, der plump wissen will: "What does fiad mean?" (Was bedeutet fiad?). Wann die gesammelten Werke in unserer Region zu sehen sein werden, steht noch nicht fest. Ein Sprecher des Vereins Deutsche Sprache teilte am Freitag auf Nachfrage mit, dass die Ausstellung auch in Bayern gezeigt werden soll. Genaue Termine stünden aber derzeit noch nicht fest.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.