Mueller-Stahl- und Prechtl-Werke bis zur Geisterstunde
Nachts im Museum

Der Mackl am Saxofon und der Cusse am Mikro - die Frontmänner von Leroy Liqueur unterhielten mit dem Rest der Combo das Publikum der langen Museumsnacht bei lila Licht. Wohlfühlatmosphäre pur. Bilder: Petra Hartl (2)

So viel Trubel ist selten im Foyer des Stadtmuseums. Die Museumsnacht zur großen Sonderausstellung "Armin Mueller-Stahl - Gesichter und Figuren" machte es am Samstagabend möglich. Bis Mitternacht genossen gut 200 Besucher Kunst, Musik, Wein und Zwiebelkuchen.

Lila Licht und Leroy Liqueur (Markus Strobl, Marcus Ehebauer, Uli Wähner, Mike Scherer und Max Gellfart) sorgen in der Alten Feuerwache bis in die Nacht für gute Stimmung. Ständig umlagerte Stehtischchen im Eingangsbereich des Museums, bestens besuchte, halbstündige Führungen durch die Ausstellungen von Armin Mueller-Stahl und Michael Mathias Prechtl und geselliges Zusammensitzen, das machte die besondere Note dieser langen Museumsnacht aus.

Gastgeberin Judith von Rauchbauer und ihr Team hatten eine passende Partymeile geschaffen: vom Büfett mit Weinausschank (betreut vom Lions-Club Amberg) und stärkenden Angeboten mit Salzigem und Süßem, weiter zur schummrig-gemütlichen Lounge, hin zum umfunktionierten Ausstellungsraum der Stadtgalerie. In den oberen Sälen übernahmen die Kunsthistorikerinnen Michaela Grammer und Beate Wolters abwechselnd die Führungen durch die Sonderpräsentation von Armin Mueller-Stahl und die Dauerausstellung von Michael Mathias Prechtl.

Über Mangel an Interesse mussten die Organisatoren nicht klagen. Grammer erläuterte, dass beide Künstler "vollkommen anders gemalt" haben, aber beiden sei es "nicht nur um die äußere Wahrheit" gegangen, sondern um "Leben, Werk, Beruf, Neigungen". Am Beispiel des Musiker-Porträts von Dirigent Günther Wand verdeutlicht Beate Wolters diese Aussage. Dieser sei für seine Werktreue bekannt. Mueller-Stahl habe sein Bild in Stufen aufgebaut und die Hände, die den Taktstock halten und "womit er die Musik zum Leuchten bringt", in den Vordergrund gerückt. Auch Prechtl fordere den Betrachter intellektuell heraus, sagte Grammer. Als "Denk-Maler", wie sich Prechtl selbst gerne nannte, verlange er vom Betrachter ebenfalls, "dass er denkt".

Mit welchen Gedanken sich die vielen Besucher der Ausstellungen beschäftigen, haben einige im Gästebuch verewigt. Es steht zum Beispiel zu lesen: "Eine tolle Ausstellung. Der Weg von Rothenburg/T. nach Amberg hat sich gelohnt" oder "AMS porträtiert Gefühl - ausdrucksvoll, sensibel, unvergleichlich. Respekt vor diesem Mann!"
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.