23.06.2017 - 16:24 Uhr
Oberpfalz

Museumskatalog stellt Bier- und Wirtshauskrüge vor Schaulaufen der Krüge

500 Jahre Reinheitsgebot: Das war im vergangenen Jahr der Anlass für eine Sonderausstellung im Museum. Gezeigt wurden dazu Amberger Brauerei- und Wirtshauskrüge. Zu sehen sind sie immer noch - jetzt allerdings zwischen Buchdeckeln.

Ein Prost auf die Bier- und Wirtshauskrüge: Kulturreferent Wolfgang Dersch (Zweiter von rechts) dankte dem Museumsteam mit (von links) Alexander Schossig, Dagmar Lehner und Judith von Rauchbauer für die Arbeit am Katalog. Florian Schönberger (rechts), einer der Allerscheynst'n, bereicherte die Buchvorstellung mit zünftiger Musik. Bild: Steinbacher
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Anlässlich des 500. Geburtstages des bayerischen Reinheitsgebot hat das Stadtmuseum im vergangenen Jahr eine Ausstellung rund um das Lebenselixier der Bayern gezeigt: "Prost Amberger Bier!" Dazu ist ein Katalog mit Brauerei- und Wirtshauskrügen entstanden. Das Werk wurde am Mittwochabend im Museum vorgestellt. Amberg war immer eine Bierstadt, sagte Kulturreferent Wolfgang Dersch. Die Brautradition gründet sich auf den ehemaligen Klöstern. "Die Franziskaner, die Malteser und die Paulaner haben ein vorzügliches Bier gebraut." Sechs selbstständige Brauereien führen laut Dersch diese Tradition heute noch fort. Dass sie insgesamt 50 Sorten im Angebot haben, "das ist schon eine große Seltenheit".

Bereits 1366 sei in der Stadt die erste Braustätte nachgewiesen. Das Hausbraurecht hatte ursprünglich jeder Bürger. Um 1900 gab es 28 Bierbrauer, in den 1970er-Jahren waren es zehn Brauereien: Brauhaus Amberg, Bruckmüller, Falk, Jordan-Bräu, Kummert, Malteser, Schießl, Sterk, Wingershof und Winkler. Dersch erinnerte an das von Kurfürst Friedrich V., dem Winterkönig, verliehene Weißbierprivileg. Auch wenn es nicht nachgewiesen ist: Die Brauerei Winkler sei wohl mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit heute die älteste private Weißbierstätte Bayerns. Zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebots war die bislang größte Präsentation an Amberger Bier- und Wirtshauskrügen, zusammengetragen aus zahlreichen Privatsammlungen, im Museum zu sehen.

Den dazu entstandenen 126-Seiten-Katalog, der ein großes Anliegen von Museumsleiterin Judith von Rauchbauer war, bezeichnete Dersch als "äußerst wertvolles Zeitdokument". Auch Judith von Rauchbauer ging nochmals auf die lange Biertradition in der Stadt ein. Dass es heute noch sechs Brauereien gibt, darauf dürfe man stolz sein. "Regensburg hat nur noch drei, Nürnberg mit Tucher nur noch eine Großbrauerei." Ihr Dank galt allen Leihgebern, deren Schätze im Buch erschienen sind. "Ohne Maßkrug geht es in Bayern nicht", betonte sie.

Nach all den Worten bekamen die Gäste richtig Durst, was bei der Hitze nicht verwunderte. Sie genehmigten sich das, was seit Jahrhunderten in Krügen abgefüllt wird: Bier - Nationalgetränk und Lebenselixier.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.