16.03.2018 - 18:32 Uhr

Nachmittag mit jüdischem Küstler Alexander Kostinskij "Jeder Katastrophe folgt ein Wunder"

Es ist ein ganz klarer Standpunkt, den der jüdische Künstler Alexander Kostinskij (München) vertritt: "Weinen kann man auch mal alleine, aber lachen muss man zusammen." Auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) war er für einen Nachmittag in der Pfarrei St. Michael. Dort öffnete der Autor und Zeichner seine Kiste mit einem reichen Schatz aus Anekdoten, Witzen und Erzählungen. Geprägt sind diese von seiner Kindheit und den Traditionen der osteuropäischen Juden seiner Heimat Kiew.

Sie sorgen einen Nachmittag lang in St. Michael für gute Laune (von links): Sabine Kreiner vom Sozialdienst katholischer Frauen, Erzähler und Autor Alexander Kostinskij, Sängerin Dorothea Stanzel-Bauer und Johann Bauer von der Katholischen Erwachsenenbildung. Bild: Markus Mußemann
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Das Kennzeichen dieses besonderen Humors ist es laut einer Pressemitteilung der Veranstalter um KEB-Geschäftsführer Johann Bauer, dass man trotzdem lacht - trotz Armut, Antisemitismus oder Krankheit.

Das sei das Besondere am "jiddischen Glück": Zuerst ereignet sich eine Katastrophe und dann ein kleines Wunder. Man ist wütend, weil man einen wichtigen Zug versäumt hat, und im nächsten Zug lernt man die Frau seines Lebens kennen. Einige Geschichten handeln davon, welche originellen Ratschläge die bei ihrem Rabbi um Hilfe bittende Menschen bekommen. Einem von Geschnatter, Gezänk und Kindergeschrei geplagten Mann empfiehlt der Geistliche, eine Ziege anzuschaffen und mit ins Haus zu nehmen. Und als der Mann dann völlig entnervt wiederkommt, empfiehlt er ihm, das Tier wieder zu verkaufen. Schließlich kommt der Mann glückselig zurück, weil jetzt alles wieder normal geworden ist.

Mit starkem Akzent und tiefer ruhiger Stimme trug Kostinskij seine Geschichten vor, es wirkte fast wie ein Singsang und zog seine Zuhörer in Bann. Bei seinen Witzen war es erst ganz still und bei der Pointe lachten dann die Zuhörer herzlich mit. An einem Tisch mit seinen Büchern, CDs und Zeichnungen signierte er am Ende für die Käufer seine Werke.

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