26.02.2018 - 14:00 Uhr

Österreichische Band Folkshilfe klärt musikalisch auf Jetzt kennt auch Amberg den Bahö

Bahö, so heißt das neue Album von Folkshilfe. Aber was heißt Bahö eigentlich? Bedeutet Bahö überhaupt irgendwas? Und wer oder was ist überhaupt Folkshilfe? Antworten darauf gibt es im Musikomm.

Mit Liedern wie "Mir laugnts" und "Maria Dolores" stürmen die Musiker der Band Folkshilfe die österreichischen Charts. Im Musikomm erklären sie vor rund 240 Zuhörern, was es mit "Bahö", dem Titel ihres neuen Albums ganz genau auf sich hat. Bild: chl
von Christian LinglProfil

Amberg . (chl) Florian Ritt, Sänger, Quetschn-Spieler und Frontmann des österreichischen Trios aus Linz, klärt das Amberger Publikum auf. "Bahö heißt Krawall, Remmidemmi, irgendwas in dieser Richtung." Noch öfter wird er sein Publikum auffordern: "Macht's an Bahö". Die Amberger machen mit und erfahren: Bitte kündigen Sie Ihr Zeitungsabo jetzt nicht! Folkshilfe heißt die Band und man schreibt sie mit f."

Rund 240 Freunde der Gruppe waren am Freitag ins Musikomm gekommen, um die drei Musiker zu hören. Einige von ihnen kannten die Band bereits, wie zum Beispiel Patrik Bessenreuther aus Etzenricht, der das Trio kürzlich in Windischeschenbach erlebt hat und sich den Auftritt in Amberg nicht entgehen lassen wollte. Es waren aber auch Gäste da, die die Musiker noch nicht kannten, wie Sebastian Stauber und Rudi Rupprecht, die eher zufällig über eine Freundin den Weg ins Musikomm gefunden hatten.

Diese ersten Töne zeigten dem Publikum auch gleich, wo es lang geht. Das Intro zu "Biniwer", ein lässig geschlagener Slap-Bass-Funk-Beat, gab die Richtung vor. Es wurde also keine Volksmusik serviert. Zwar waren die Zutaten die gleichen, eine Gitarre, eine Steirische, Schlagzeug und Gesang im Dialekt, heraus kam aber eine Art Alpen-Crossover, bestehend aus Mundarttexten, Funk, Reggae und Ska mit griffigen Beats und Riffs und einem überaus knackigen Schlagzeug. Erfunden hat das Trio dieses Genre nicht. Allerdings ist es seit 2011 dabei. Es war aber nicht so, dass man die heimatlichen Wurzeln in ihrer Musik nicht mehr erkannt hätte. Musikalisch und textlich geht die Folkshilfe über das unverbindliche Volkstümliche hinaus.

Dass das Publikum bei den meisten Nummern recht fleißig mitsang, zeigte, dass die Band mittlerweile einen recht hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Mit "Mir laugnts" lagen die Musiker über Wochen in den Hörer-Charts des Radiosender OE3 ganz vorne. "Maria Dolores" ist auch ein solches Stück, das man glaubt, schon immer zu kennen. Feinster Reggae-Beat, dazu ein eingängiger Refrain und schon tobte der Saal. Von wem die Stimmung auf wen überschwappte, war nicht ganz ersichtlich, denn sowohl die Gäste als auch die Musiker waren sichtlich begeistert bei der Sache. Für die drei Interpreten, die ihre Wurzeln in der Straßenmusik haben, ist die Interaktion mit den Gästen Teil ihrer Identität als Künstler. Wie gut sie ihre Instrumente beherrschen, zeigten die Jungs aus Linz an anderer Stelle. Hätte man nicht gesehen, dass dort oben eine Steirische gespielt wurde, man wäre nicht darauf gekommen, um welches Instrument es sich handelt. Geschickt nutzte Frontmann Florian Ritt die Rückkopplungseffekte aus, aber auch die Kombination seines Akkordeons mit einem Synthesizer ergab mitunter nie gehörte Töne. Dem stand Gitarrist Paul Slaviczek in nichts nach. Wie das Scratchen eines DJs klingt zum Beispiel eines seiner Gitarrensoli, bei dem das Trio Funk-Rhythmus aufnimmt.

Schade war nur, dass die drei Musiker bereits nach knapp 75 Minuten aufhören wollten. Das ließ das Amberger Publikum aber nicht zu.

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