Opernfreunde sehen sich Hector Berlioz „Benvenuto Cellini“ an und führen Werkstattgespräch mit ...
Visionärer Schwärmer und Mörder

Die Opernfreunde (links Silke Häckel, rechts Eberhard Kühnlein) hatten Larissa Gromotka (Mitte) zum Werkstattgespräch eingeladen. Die Bratschistin bestand ihr Abitur einst am Max-Reger-Gymnasium. Bild: Steinbacher

Von Johann Frischholz

Amberg. Da Mitglieder der Opernfreunde demnächst die Aufführung von Hector Berlioz "Benvenuto Cellini" in der Nürnberger Staatsoper besuchen, hatte der Verein zu einem Werkstattgespräch geladen, in dem verschiedene Aspekte des romantischen Werks beleuchtet wurden.

Als kompetente Gesprächspartnerin war Larissa Gromotka vom Nürnberger Opernorchester nach Amberg gekommen. Die junge Bratschistin stammt aus Neustadt an der Waldnaab und legte ihre Abiturprüfung am Max-Reger-Gymnasium ab.


Das Lebensumstände des Protagonisten Benvenuto Cellini und seine Zeit standen im Mittelpunkt des Gesprächs. Diesen Teil des Treffens bestritt Silke Häckel. Der Vorsitzende der Opernfreunde, Eberhard Kühnlein, steuerte interessante Details aus dem Leben von Hector Berlioz bei und hatte einige Musikbeispiele aus dem Werk vorbereitet. Larissa Gromotka berichtete aus der Sicht der Orchestermusikerin über die Proben und die Aufführungspraxis. Dies war ein recht schwieriges Thema, da es mehrere Versionen von "Benvenuto Cellini" gibt: Eine Dialogfassung, eine weitere mit auskomponierten Rezitativen, eine zwei- und eine dreiaktige und natürlich die von Franz Liszt bearbeitete, die heute meist gespielt wird.
Allerdings ließen die Angaben von Larissa Gromotka hierzu einige Fragen offen. Aus den Teilen, die sie vorab zu proben hatte, lässt sich schließen, dass die als experimentierfreudig bekannte Regisseurin Laura Scozzi eine Mischung aus allen dreien auf die Bühne bringen wird. Als zeitlichen Rahmen für seine Oper hat Hector Berlioz Rosenmontag, Faschingsdienstag und Aschermittwoch des Jahres 1532 ausgewählt.

In dieser Zeit des religiösen, politischen und kulturellen Umbruchs agiert Cellini als geschickter Goldschmied, begnadeter Bildhauer, Kunsttheoretiker, visionärer Schwärmer oder auch einfach als gemeiner Mörder. Dieser vielschichtigen Renaissance-Persönlichkeit wird der Komponist mit seiner opulenten und stark ausdifferenzierten Musik mehr als gerecht, wie Gromotka betonte. Für sie als Bratschistin stellt die schwere und oft recht sperrige Partitur eine große Herausforderung dar - auch durch die erwähnte Mixtur aus den verschiedenen Versionen.

Wie diese Inszenierung bei den Zuschauern in Nürnberg ankommt, können die Opernfreunde, die sich eine Karte gesichert haben, vor Ort beurteilen.
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