16.02.2018 - 16:27 Uhr

OTH-Premiere: Studenten bei Berlinale

Premiere: Mit Sebastian Neumaier und Raphael Gruber sind erstmals Hochschüler aus Amberg mit einer Studenten-Akkreditierung bei der Berlinale. Sie stehen frühmorgens auf, um Tickets zu ergattern und holen sich nebenbei noch Ideen für ihr Studium und ihre eigene Firma.

Sebastian Neumaier und Raphael Gruber (von links) haben sich erstmals für die Berlinale akkreditiert. Sie wollen Filme sehen, Erfahrung für ihr Studium sammeln und für ihre Firma netzwerken. Bild: cim
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Von Cindy Michel und Christopher Dotzler

Amberg/Berlin. Für Raphael (21) und Sebastian (25) ist es nicht das erste Mal in Berlin. Erst vergangenen Herbst haben sie zwei Kommilitonen besucht, die in der Hauptstadt ihr Praxissemester absolvieren. Und da kamen sie auch auf die Idee, gemeinsam die 68. Berlinale zu besuchen: "Wir saßen bei ihnen am Küchentisch, haben uns unterhalten und beschlossen, dass wir gemeinsam zu dem Filmfestival gehen wollen", sagt Sebastian. Die vier Hochschüler aus Amberg haben sich wegen Studenten-Akkreditierungen schlau gemacht und mit ihrem Professor Michael Thiermeyer gesprochen, der sie dabei unterstützt hat, vier der begehrten Ausweise zu ergattern. "Und es hat geklappt", sagt Raphael und zeigt auf seine Akkreditierung.

Camper am Ticketschalter

Doch trotz des Ausweises, der den Zutritt zu den Premieren und Klassikern gewährt, ist es alles andere als einfach, an Kinokarten zu kommen. Um Viertel nach Sieben Uhr morgens stehen die Jungs in den Arkaden am Potsdamer Platz an den Ticketschaltern Schlange: "Für einen Studenten ist das schon sehr früh", meint Sebastian. Dabei sind sie lange nicht die ersten. Bereits um sechs Uhr kommen Cineasten mit Schlafsack und Campingstuhl. Der Kampf um die Tickets ist hart. Raphael sagt: "Aber uns war klar, dass die nächsten Tage stressig werden. Schlafen können wir auch wieder, wenn wir zurück in Amberg sind."

Auch wenn's anstrengend ist, die zwei Jungs in Berlin dürfen ein klein bisschen ihren Traum verwirklichen und Filmluft schnuppern. Für Sebastian ist das nicht das erste Mal. Als er vor ein paar Jahren in den Universal Studios in Kalifornien am Set für den Film "Aushilfsgangster" stand, war für ihn klar: Film wird sein Beruf. Also begann er in Amberg an der OTH zu studieren und gründete in der Vilsstadt zusammen mit Raphael und weiteren Kommilitonen die Medienagentur "Trimagine Mediahouse". Einer ihrer Schwerpunkte: Imagefilme. Der Kinotrailer für die Stadtwerke stammt etwa von ihnen.

"Wir sind bei der Berlinale, um über den eigenen Tellerrand zu gucken", sagt Raphael. "Um Filme zu sehen, die eben nicht im Cineplex in Amberg laufen, keine Marvel-Filme, sondern Arthouse oder Projekte aus anderen Ländern", ergänzt Sebastian. Und mit genau so einem Werk begann für die beiden die Berlinale: "Wir sind gestern noch kurzfristig in einen japanischen Dokumentarfilm reingekommen", sagt Sebastian. Bei unbekannten Werken, die Premiere auf Festivals feiern, "weiß man erstmal nur das, was im Programm über sie steht. Man liest die Beschreibung und hat sofort eigene Bilder im Kopf", erklärt Raphael. "Wenn man aber tatsächlich vor der Leinwand sitzt, bestätigen sich diese Bilder selten. Man sieht den Film und fängt an zu überlegen, wie man selbst dieses Thema erzählen würde."

Lieber leise erzählte Arthouse-Filme, statt computeranimierte Superhelden-Streifen schauen? Wie passt das für Studenten des technisch versierten Studiengangs Medientechnik und Medienproduktion an der OTH? "So ist das auch nicht. Ich mag viele verschiedene Genres, auch die Arbeiten von unterschiedlichen Regisseuren wie etwa Luc Besson oder David Fincher", meint Sebastian.
"Außerdem ist unser Studiengang so vielfältig, da lernt man alles und pickt sich irgendwann einmal das raus, was einem am meisten liegt."

Zeit zum Netzwerken

Der 25-Jährige hat sich auf Buch und Regie spezialisiert, sein Kommilitone Raphael auf Produktion. Eine Woche haben die Jungs aus Amberg für den Berlinale-Besuch eingeplant. Zeit genug, um noch zu netzwerken und filmische Inspirationen für die eigene Karriere zu holen.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/berlinale

Schlafen können wir auch wieder, wenn wir zurück in Amberg sind.OTH-Student Raphael Gruber
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