25.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Pari und Kraus stellen aus: "O.hne K.onzept" im Amberger Popup-Store Ying und Yang

Ein Latino aus Venezuela und eine gebürtige Oberpfälzerin entschieden sich für eine Vernissage der Gegensätze, aber "O.hne K.onzept" (so lautet der Name) und trotzdem strukturiert. Wie Ying und Yang ergänzen sich diese beiden Künstler. Während Anja Kraus ihre Gedanken auf die Leinwand bringt, stellt Daniel Pari bereits Erlebtes dar.

Impressionistisch und die Seelen-Offenbarung einer Lichtgestalt: Daniel Pari und Anja Kraus malten ohne Konzept, wie sie selbst sagen.
von Dagmar WilliamsonProfil

Mit langen Pinselstrichen kann Pari nicht dienen. Sein Stil ist impressionistisch. Seine Werke sind vergleichbar mit Paul Gauguins. Anders als bei den klassischen Impressionisten, wie zum Beispiel Monet, malt der 48-Jährige seine Porträts in geschlossenen Räumen mit wenig Lichteinfall. Wichtiger als die Verwendung synthetischer Elemente scheint ihm die Einfachheit eines Momentes zu sein, weitgehend unberührt vom modernen Leben. In seinen Gemälden verstecken sich Einflüsse und Stile von Van Gogh, Cézanne oder Picasso. Eines seiner Favoriten, das er in Amberg malte, zeigt das sorglose 15-jährige Mädchen im Altbau am Kaiser-Wilhelm-Ring. Pari: "Cleopatra versuchte nicht, ein Model zu sein. Sie setzte sich einfach hin, mit ihren roten Kniestrümpfen und den klobigen Stiefeln. Das war ein Moment zum Festhalten."

Er beobachtet und unterhält sich gern, auch über Belangloses. So entstand "Coffee Time 2". Der erste Teil ist bereits verkauft. Die überwiegend farbliche Basis seiner Werke dieser Ausstellung sind Rot- und Blautöne. Dass Pari der Farbgebung mehr Beachtung schenkt, liegt seiner Kindheit und Jugend zugrunde. Das Familienunternehmen, das Farben herstellt, sollte er traditionsgemäß übernehmen. 1995 floh er aber nach Frankreich. Dort lebte er vier Jahre als Kunstschaffender.

Ambergs Impresario Stefan Reuther stellte die Verbindung der zwei Gegensätze in Südtirol zusammen. "Mystery & The Opening" ist der Titel des Gemäldes, das Daniel Pari und Anja Kraus gemeinsam erschufen. Der Latino brachte ein Porträt von Anja auf die Leinwand. "Und dann sagte ich zu ihr, sie soll das Bild vervollständigen, da ich ja nichts über ihren Charakter wusste." Auf dem unteren Drittel ist ein Schachfeld, auf dem ein großer Schlüssel liegt, bunte Farbkleckse tropfen hinab. "Sie hat ihre Position im Leben noch nicht gefunden, obwohl sie weiß, was sie will", erzählt er über die 29-Jährige aus Aschach. Anja würdigte bei der Vervollständigung auch Reuther mit der Maske des Phantoms der Oper.

Überhaupt ist die Oberpfälzerin sehr vom Mysteriösen angezogen. Mit ihren Darstellungen flüchtet sie aus der Realität in eine Fantasiewelt und lässt den Betrachter daran teilhaben. Ihre Seele scheint sie dabei wohl überlegt und dennoch unbewusst zu offenbaren. Ins Auge fällt dem Betrachter sofort die leicht geöffnete Kastanienfrucht. "Der keltische Lebensbaum", sagt Anja. Ganz ihrem Wesen entsprechend, erkennt man sofort, dass ihr die Verbundenheit zur Mutter Erde wichtig ist.

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