Peterchens Mondfahrt bescherte den Ambergern gute Träume
Glitzer-Spitze und Fiesta!

Der Sandmann erscheint und beängstigt Anneliese, Peterchen und Herrn Sumsemann, aber die Sternenkinder beschwichtigen seine Autorität. (Bild: dwi)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
27.11.2017
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"Wer hat noch nie einem Spatz den Vogel gezeigt? Einen Wurm verspeist? Ein Krokodil am Schwanz gezogen?" Wenn die bravsten der braven Kinder von der Nachtfee gesucht werden, dann beginnt sie damit im Stadttheater Amberg. Die Wiederaufnahme-Premiere von "Peterchens Mondfahrt" fesselte sogar die Kleinsten an ihre Plätze.

Einen Klassiker der deutschen Kinder- und Jugendliteratur in Ballett-Form umzusetzen und sich dabei zeitlich auf eine Stunde zu begrenzen, das ruft nach einer professionellen Produktion. Dieses Kunststück gelang Birgit Schürmann, Produzentin am Dehnberger Hof-Theater, mit Bravour. Veronika Conrady übernahm die einzige Sprechrolle als erzählende und einweisende Nachtfee. Etwas tollpatschig rumpelte sie auf die Bühne und bestand in ihrer Rolle darauf, dass sie "sehr, sehr, sehr geschickt und charmant" sei. "Glitzer-Spitze!" rief sie frohlockend bei jeder gelungenen Magie und schwang dabei ihren Sternenzauberstab. Ihre Vielfältigkeit als Schauspielerin und Sprecherin wird nicht nur durch ihre Vita belegt. Ihrem schauspielerischen Talent und dem nötigen Fingerspitzengefühl, das man braucht, um Kinder zu unterhalten, verdankte die Inszenierung von Peterchens Mondfahrt sämtliche Lacher.

Rund 30 Eleven im Alter von 8 bis 28 Jahren des Ballettförderzentrums Nürnberg, das mittlerweile deutschlandweit Ansehen genießt, waren aber die Hauptakteure dieser darstellenden Kunst und sorgten für Gänsehaut pur bei Groß und Klein. Die einzelnen Choreographien der Tänze des Maikäfers Herrn Sumsemann, des Sandmanns, der magischen Naturgeister und des "sehr, sehr, sehr gefährlichen" Mondmannes wurden technisch einwandfrei umgesetzt. Patzer? Fehlanzeige! Schon die jüngsten Ballerinas bewiesen ihre Körperbeherrschung voller Anmut und Grazilität von den Fingerspitzen bis zu den kleinen Zehen.

Die Inszenierung des dramatischen Erscheinens der Naturgeister wurde zu Mussorgskis "Die Nacht auf dem kahlen Berge" getanzt. Regentropfen wurden durch lautes Tippeln auf der Bühne hörbar gemacht. Die Kostümierung der einzelnen Gewalten und Gestalten ergaben ein perfektes Bühnenbild. Nur einmal kamen alle Tänzerinnen zu Wort - als Kirsche der süßen Sahnehaube. Mit einem lauten "Fiesta!" feierten sie die erfolgreiche Mondfahrt, die Bewältigung des Mondmannes und das Finden des sechsten Beinchens, das zu Herrn Sumsemann gehört.

Des Erzählballett ist ein Muss für Kinder und Erwachsene. Nicht zuletzt, weil alle Mädchen und Buben danach brav sein wollen. Das fast ausverkaufte Theater verließen die meisten von ihnen übrigens tanzend, schwingend und summend.
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