21.01.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Rhythm of the Dance im ACC Eine Show wie feinster Whiskey

Es ist wie der Schluck vom zwölf Jahre alten "Tullamore-Dew"-Whiskey: Aufregend, ein Erlebnis für die Sinne, einfach zurücklegen und genießen. Der Geschmack hält lange an und die Erinnerung auch. So wie bei der ebenfalls als Markenartikel aus Irland importierten Truppe von "Rhythm of the Dance".

Millimetergenauer Gleischschritt entfacht ein trommelndes Klappern auf dem Holzboden. Zwei Stunden irischer Tanz vom Feinsten. Bild: Hartl
von Autor HOUProfil

Der Wirbel dauert zwei Stunden. Dann ist die Kraft des athletischen Teams, bestehend aus sieben Männern und fünf Frauen, an die Grenze der Erschöpfung gelangt. Schwerarbeit, geleistet für ein Publikum, das in Scharen ins ACC gekommen ist, um all das zu sehen, was die irische Kultur auf dem ganzen Erdball bekannt gemacht hat.

Stepptanz, Musik, fröhliche Ausgelassenheit und dann wieder Momente des Innehaltens. Längst ist die Show in eine ganz andere Atmosphäre eingetaucht, die einst Michael Flatley mit seinem Ensemble von "Lord of the Dance" bot. Wie lange ist das schon her?

Werbung für Irland

Unterdessen wird der auch schon bei Flatley atemberaubende Stepptanz verwoben in ein Konzept, das den Namen Irland in den Blickpunkt rückt. Werbung für die Heimat der Akteure. Besser wie bei "Rhythm of the Dance" kann sie nicht gelingen.

Die Aufführung hat einen Ablaufkalender. Er schildert die "Keltische Luft" und die "Not der Iren". Es gibt die Begegnungen an der "Feuerstelle" und die furiose "Zusammenkunft", bei der die fünfköpfige Band in den Fokus rückt. Männer, die grandiose Fähigkeiten an der Fiedel, der Uilleann Pipe und der Bodhran-Trommel entwickeln. Und es gibt diesen jungen Sänger, der das irische Volkslied "Whiskey in the Jar" besser macht, als es Pop- und Rockgruppen wie "Thin Lizzy" jemals schafften.

Schade freilich: Wer die Handlung genau nachvollziehen will, muss sich ein Programmheft kaufen. Nur dort steht, wie das alles exakt zueinander passt. Doch man muss dieses Büchlein nicht unbedingt haben. Auch ohne schriftlich fixierten Geschehensablauf ist die Bühnenhow ein Leckerbissen. Wie ein Bild, das irgendwann hinter den Akteuren auf der Leinwand erscheint: Tosende Brandung, steile Felsen an irischer Küste, grelle Blitze aus wolkenverhangenem Himmel. Eine Explosion der Naturgewalten. Gleich darauf der Blick auf schier endlose grüne Wiesen. Irland eben. Und mittendrin diese Männer und Frauen in ständig wechselnden Kostümen.

Kein Fehler

Den "Tullamore Dew" haben wir uns daheim eingeschenkt und genossen. Dabei sind die Gedanken um eine Frage gekreist: Wie machen die das eigentlich mit dem millimetergenauen Gleischschritt ihrer Beine, der ein trommelndes Klappern auf dem Holzboden entfacht? Kein Fehler, zwei Stunden lang. Der Choreograf Dane McKierman, gleichzeitig erster Solotänzer, ist ein Genie. Das gilt auch für seine gesamte Truppe, die mit stehendem Applaus von der ACC-Bühne geht.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp