Schwanensee im ACC
Hinreissendes Ballett bot das russische Staatsballett aus Komi

Auf der suche nach Liebe begegnen sich die verzauberte Odette und Prinz Siegfried.

In ein märchenhaftes Traumland am Schwanensee entführte das Ballett aus der Republik Komi im Nordwesten Russlands im ACC. Dafür sorgten Choreographie, Bühnenlicht, Akustik, Kostüme und nicht zuletzt die tänzerischen Höchstleistungen.

Amberg. (mma) Unter Direktor Dmitrij Stepanov und Hauptballettmeisterin Natalia Terentjeva erstand formvollendet Tschaikowskys klassisches Ballett, um auch im Amberger Kongresszentrum Sprach- und Kulturgrenzen vergessen zu lassen. In der ewig gültigen Handlung um das Suchen der Liebe, dem Sich-finden, Lieben, Verlieren und Wiederfinden begegnet Prinz Siegfried (perfekt interpretiert von Roman Mironov) der vom bösen Zauberer Rotbart (Rinat Bikmuchametov dämonisch hinter seiner Maske) in einen Schwan verwandelten Odette (eine federleichte, grazile, fast schwebende Elena Schevzowa).

Auch die Intrige des Bösen, den Prinzen mit seiner "schwarzen Tochter" Odile (ebenfalls perfekt Natilia Bikmuchametova), die Odette zum Verwechseln ähnlich sieht, zu verkuppeln, wird nur vorübergehend gelingen. Dank des Aufblitzens eines Schwans erinnert sich der verwirrte Prinz seiner wahren Liebe. Um diese zu befreien, wagt er sogar den Kampf gegen Rotbart. Er gewinnt und erlöst damit Odette. Die anmutigen Spitzentänze der 16 Schwäne mit Odette und dem Prinzen, mal in Formation, mal als Pas de deux, de trois oder de quatre, wird wohl keiner der Zuschauer mehr vergessen können. Auch der grazile Hofnarr, der federleicht über die Bühne schwebte und sprang, oder die Tänzer der mitreißenden folkloristischen Anleihen aus Spanien, Neapel, Ungarn und Russland beim Fest im Palast zogen alle Besucher in den Bann. Der 1893 bereits mit 53 Jahren verstorbene Tschaikowski gilt als "der Größte" Russlands. Der Reichtum seiner lyrischen Melodien, seine meisterliche Beherrschung der musischen Genres und seine brillante Kompositionstechnik waren förmlich zu greifen. Die Choreographie des Schwanensees wurde von dem Franzosen Marius Petipa entwickelt.

Noch keine 30 Jahre alt, fand er 1848 in Russland eine neue Heimat und prägte dort mit insgesamt 70 Werken eine ganze Epoche, bis er 1910 hochbetagt verstarb. Zwischenapplaus, am Ende stehende Ovationen und mehrere Vorhänge dankten im gut besetzten Saal dem Ensemble.
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