Silvesterkonzert der Chorgemeinschaft
Meditative Ruhe statt Böller

Die Amberger Chorgemeinschaft und ihr Leiter Dieter Müller verbrachten den letzten Abend des alten Jahres in der Erlöserkirche. Dort boten sie ihrem Publikum "Abendmusik in der Silvesternacht" - unter anderem mit Werken von Brahms und Bach. Bild: Hartl
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
04.01.2017
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Seit vielen Jahren hat die "Abendmusik in der Silvesternacht" der Amberger Chorgemeinschaft eine treue Zuhörerschaft - die auch dieses Mal die Erlöserkirche füllte.

Amberg. Den letzten Abend des Jahres nicht schon mit Böllern und bunter Ablenkung zu beginnen, sondern in der meditativen Ruhe des evangelischen Gotteshauses weihnachtliche Musik zu genießen und dabei das Jahr für sich persönlich Revue passieren zu lassen - darum ging es auch an diesem Silvesterabend.

Als Instrumentalistin hatte der Leiter der Amberger Chorgemeinschaft, Dieter Müller, die Organistin Ute Neger gewonnen. Die Absolventin der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg und der Bruckner-Universität in Linz eröffnete das Konzert mit einem "Praeambulum in E" von Vincent Lübeck. Bei Choralpräludium und Fuge "Hark! The Herald Angels Sing" von Stanley E. Saxton kam das Thema des bekannten englischen Weihnachtslieds in dem spätromantischen Satz sehr gut zur Geltung - im Anschluss an das vom Chor gesungene "Unser lieben Frauen Traum" von Max Reger. Die durchgehend a cappella singende Amberger Chorgemeinschaft hatte mit Karl Hirschs "Nun sei willkommen, Herre Christ" begonnen, gefolgt von Sätzen von Hammerschmidt und Johannes Brahms. Dabei beeindruckte sowohl die saubere Intonation als auch die gute Textverständlichkeit, die den Liedern umso mehr Eindringlichkeit verliehen. An den zweiten Liedblock, der mit Johann Sebastian Bachs "Uns ist ein Kindlein heut geborn" endete, schloss die Organistin mit Bachs Choralvorspiel BWV 739 "Wie schön leucht uns der Morgenstern" an, in dem sie mit perlenden Läufen und der schön herausgearbeiteten Melodie überzeugte.

Die drei folgenden Lieder der Chorgemeinschaft hatte Müller für diesen Abend so gewählt, dass das Geschehen im Stall von Bethlehem auf das Jesuskind zentriert war - vor allem mit dem Reger-Satz zu "O Jesulein zart" gelang den Akteuren eine entsprechend "zarte" Interpretation.

Die Suite über "Votre bonté grand dieu" von Claude Balbastre trug Ute Neger als letztes Orgelstück vor und leitete damit den finalen Liedblock ein, der von "Herbei, o ihr Gläubigen" in einem wohlklingenden Satz von Dieter Müller eröffnet und mit einem festlich-feierlichen "Tochter Zion" beendet wurde.

Anhaltender Beifall belohnte die Ausführenden für ihr Konzert.
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