02.06.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Solo-Programm in der Stadtbibliothek Amberg Michael Fitz: Des Bin I

In seinem neuen Solo-Programm "Des bin I" behandelt Schauspieler und Musiker Michael Fitz Themen, die aus dem Leben gegriffen sind. Mit tiefgründigen, poetischen Kommentaren und Liedern füllt er den zweistündigen Abend im Innenhof der Stadtbibliothek.

Michael Fitz stellte am Donnerstagabend sein neues Solo-Programm "Des bin I" in der Stadtbibliothek vor. Dem Publikum, darunter viele treue Fans, hat's gefallen. Bild: sle
von Susanne LettnerProfil

Amberg . (sle) In seinem Programm und auf der gleichnamigen CD "Des bin I" geht es nicht um die große Politik, sondern um Situationen, die viele mal erlebt haben und kennen. So ist es nicht verwunderlich, dass man sich als Zuschauer in unterschiedlichen Szenen, die Fitz illustriert, wiedererkennt und identifiziert. Mit bayrischem Dialekt führt Fitz durch den Abend und zeigt, dass der Mensch selbst Ursprung vieler Dinge ist. Und wenn der Mensch dies erkennt, dann kann er sich darin zu erkennen geben: Des bin I.

Gleich zu Beginn beschreibt Fitz im Song "Bsuach", dass ein nicht angemeldeter Gast an seiner Tür klingt und dass er eigentlich die Wohnung nicht aufgeräumt hat, sich aber trotzdem freut, dass jemand vorbeikommt und an ihn denkt. Persönlicher wird er in den Songs "Hintern Zaun" oder "Aufs Eis", in denen er von seiner Schüchternheit, Zurückhaltung und seinem Kontrollbedürfnis berichtet. Er erzählt in der Anmoderation, dass viele Kinder heute bereits im Kindergarten eine Fremdsprache lernen und sich der Leistungsdruck in der Schule, im Studium und im Berufsleben fortsetzt. Da erinnert er sich an seine Zeit und seine Kinder-Gang, in der er seiner Meinung nach noch Kind sein durfte. Das Lied "Hoam" handelt über das Heimgehen in sich selbst und das Reinhören. Jeder sollte laut Michael Fitz am besten ein gefühlvoller Betrachter von sich selbst und seiner Umwelt werden. Dies greift der 58-Jährige im Song "Jetzt auf Gestern" nochmals auf. In dem "Autofahrer-Tourette"-Song schildert Fitz die Situation, in der seine Frau wieder versucht, ihn sanft zu beruhigen, wenn er lautstark über die anderen Autofahrer schimpft. In der Zugabe "Hinter meiner Stirn" beschreibt der ehemalige "Tatort"-Ermittler das ganz normale Chaos, das jeder ab und an in seinem Kopf hat.

Mit "Bruada" setzt er sich auf lustige Weise mit seiner beruflichen Tätigkeit als Liedermacher und Schauspieler auseinander und singt davon, dass jetzt im Publikum bestimmt viele wegen dem ehemaligen Kommissar gekommen sind. Mit viel Rhythmus und Melodie erzeugt Fitz mit Gitarren und seiner Stimme eine entspannte Atmosphäre. Er singt, haucht, brummt und schafft dadurch Abwechslung. Auch weitere Instrumente vermisst man nicht, dies ersetzt der Künstler durch seine Gitarrenkunst. Dafür hat er mehrere verschiedene Akustik-Gitarren dabei.

Anspruchsvoll und mit tiefgründigen Inhalten präsentiert sich Michael Fitz an diesem Abend. Er sucht auf der Bühne nach Antworten, stellt Fragen und regt zum Nachdenken an. Neben all dem tiefgründigen Inhalten ist es aber vor allem ein unterhaltsamer Abend, der nach viel Applaus mit mehreren Zugaben endet.

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