17.01.2018 - 14:08 Uhr
Oberpfalz

Stadtschauspiel wird wieder aufgeführt Dritter Herbst des Winterkönig

Auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist: Es wird eine weitere Aufführung des Welttheaters auf dem Mariahilfberg geben. Der Termin für die Premiere des dritten Stadtschauspiels steht: Freitag, 24. Mai, 2019.

Nach zwei erfolgreichen Aufführungen des Welttheaters wagen sich die Stadt Amberg und die beteiligten Akteure an eine dritte Inszenierung. Premiere ist im Mai 2019. Ende des Jahres soll der Kartenvorverkauf starten. Bild: Steinbacher
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Aus einem macht Kulturreferent Wolfgang Dersch kein Hehl: Es ist gar nicht so einfach, so ein großes Projekt zu planen - angesichts vieler Beteiligter kein einfaches Unterfangen. Für die erste und zweite Runde des Amberger Stadtschauspiels "Das Welttheater - der Herbst des Winterkönigs" war jeweils Roger Boggasch nach Amberg gekommen, um das Stück zu inszenieren und die Darsteller durch die Probenphase zu begleiten. Doch der musikalische Leiter des Welttheaters starb im Mai 2015 im Alter von 49 Jahren an Krebs. Ein herber Verlust für alle Akteure des Welttheaters.

Für die dritte Auflage von "Der Herbst des Winterkönigs" nahm Kulturreferent Dersch Kontakt zu Johannes Reitmeier auf, der das Stück verfasst hat. Doch für eine umfassende Inszenierung musste der Regisseur und Intendant des Landestheater Tirol passen. Er sei in Innsbruck enorm eingespannt, werde aber versuchen nach Amberg zu kommen. Allerdings schlug Reitmeier jemanden vor, der den Ambergern bestens bekannt ist: Astrid Vosberg, die neben Winterkönig Andy Kuntz als dessen Gattin Elisabeth auf der Bühne stand. Als Dersch bei der Sängerin und Schauspielerin anfragte, war diese total überrascht. Die Aufgabe, Regie beim dritten Winterkönig zu führen, würde sie reizen, teilte sie per E-Mail mit. Allerdings müsse sie erst mit ihrem Intendanten am Pfalztheater Kaiserslautern sprechen, ob sie dafür freigestellt werde. Wolfgang Dersch ist zuversichtlich, dass dies klappen wird.

Ihr zur Seite stehen könnte als musikalischer Leiter Günter Werno von der Rockband Vanden Plas, die ja für den musikalischen Part beim Welttheater zuständig ist. "Sowohl Astrid Vosberg als auch Günter Werno sind Leute, die genauso perfekt sind wie Roger Boggasch", verteilt Dersch Vorschusslorbeeren an die beiden Künstler. Beibehalten werden soll nach wie vor der Fünf-Jahres-Turnus für die Aufführungen. Gespielt wird deshalb wieder im Mai 2019. Der Termin für die Premiere steht bereits: Freitag, 24. Mai. Obwohl: Eine Aufführung im Jahr 2018 hätte durchaus ihren Reiz gehabt. Heuer nämlich jährt sich der Beginn des Dreißigjährigen Krieges zum 400. Mal. "Das wäre durchaus ein interessanter Aspekt gewesen." Denn schließlich war es Friedrich V., der durch sein unkluges politisches Agieren den damaligen Geschehnissen Vorschub geleistet hat. Wolfgang Dersch freut sich auf die neuen Akzente, die Astrid Vosberg sicherlich in die Inszenierung einbringen wird. Und denkt schon viel weiter: 2024 könnte man dann andere Regisseure anfragen. Einen Michael Lerchenberg zum Beispiel. Oder Marcus H. Rosenmüller.

Doch jetzt steht erst einmal das Welttheater 2019 im Vordergrund. Alle Gruppierungen, die auch bisher mitgewirkt haben, werden wieder mit von der Partie sein. Zurückgezogen hat sich lediglich Benno Schißlbauer, Regisseur der Freudenberger Bauernbühne, der bislang der Produktionsleiter war. Er führte zeitliche Gründe für seine Absage an. Kulturreferent Wolfgang Dersch ist momentan dabei, jemanden zu finden, der diese Aufgabe übernimmt. Auch wenn es noch über ein Jahr bis zu den Aufführungen ist, Dersch freut sich bereits auf das neue Welttheater, auf eine "Wiederholung mit neuen Facetten". Eines fände Dersch nach eigenen Angaben schön: Wenn sich für das Welttheater ein eigener Festspielverein gründen würde. Solche Organisationen gibt es zum Beispiel in Landshut für die Landshuter Hochzeit und in Straubing für die Agnes-Bernauer-Festspiele. "Es wäre toll, wenn sich ein Festspielverein auch in Amberg etablieren würde", findet Dersch.

Unterstützer gesucht

Für die dritte Auflage des Welttheaters sucht Wolfgang Dersch noch Sponsoren, die das Projekt fördern. "Da hoffe ich auf Unterstützung der regionalen Wirtschaft, die mithilft, dieses überregionale Kulturprojekt zu präsentieren", sagt der Kulturreferent. Er zeigt sich zuversichtlich, dass das Welttheater finanziell gestemmt werden kann. Vieles, was bei den letzten Aufführungen schon etabliert wurde, wird beibehalten. Zum Beispiel der Festspielgottesdienst. Oder die Schülervorstellung, die enorm angekommen ist. (san)

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