17.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Und dazu jede Menge Musik von fünf Löwen - Sommerfestival endet mit "Alois im Wunderland" Bayerisches Märchen mit viel Witz

Am letzten Abend des Sommerfestivals brüllten die Bayerischen Löwen mit heißem Atem flotte Blechmusik und freche Balladen in die kühle Oberpfälzer Nacht. Eingebaut in eine recht märchenhafte Geschichte, suchten sie im Innenhof der Stadtbibliothek den "Alois im Wunderland" (so lautet auch der Titel der Dressurnummer) und versetzten das Publikum in Staunen.

Die Bayerischen Löwen - das ist weiß-blau getränkter "Bavarian Underground", den die Fünf bereits im Fernsehen und bei Auslandstourneen erfolgreich präsentierten. Auch die Kultgruppe Da Huawa, da Meier und I sowie der Kabarettist Wolfgang Krebs wurden auf die Blechrebellen aufmerksam und engagierten sie als stimmungsverstärkende Bläsertruppe. Bild: Hartl
von Autor MSCProfil

Genau genommen waren die Löwen fünf fesche Buam mit strammen Wadeln, die in Lederhose, Laiberl mit Blechansteckern und Krawatte auftraten. Die Pranken steckten in Haferlschuhen. Nur an den Socken konnte man sie unterscheiden. Die waren so bunt wie das Programm: die einen geringelt und handgestrickt, die anderen Fabrikware in Uni, Grau oder Lila. Und dazu wunderbare, urbayerische Wadlwärmer!

Der temperamentvolle Dominik Glöbl spielte mit seiner Trompete und mit dem Publikum, das ihm sofort zu Füßen lag, als er mit rotem Umhang als König Ludwig über die Bühne turnte - nach dem Motto: "Er is und bleibt da Kini." Christian Striegl trompetete ebenfalls voller Inbrunst und mit großem Können. Besser noch war sein Geschmuse mit der "Liesbeth" oder dem Topmodel "Monique" nach einer heißen Choreographie, die keine Wünsche offen ließ.

Das Gesangs-Spiel-und-Spaß-Genie Sepp Haslinger lieferte mit dem allerletzten Schnauferer auf seiner Tuba eine Figaro-Arie, wie sie so noch nie gehört wurde. Michael Wallners Basstrompete lockte die "High Society" virtuos zur Fahnenweihe beim Kuhglocken-Almabtrieb, und Franz Eisenschink verriet mit seiner Posaune die ultimative Problemlösung bei aussichtslosen Fällen - nämlich "Ratzngift in da Schwammerlbria". Um ihre Löwenstärke zu demonstrieren, lassen die Herren zwar nicht die Lederhosen runter, aber den Hosenlatz schon. Und das ganz ungeniert.

Vom Band kam die Stimme von Schnipsi, alias Claudia Schlenger. Sie erzählt als "Löwenmama" in ihrer unverkennbaren Art von den Abenteuern in einer bayerischen Zauberwelt voller Prinzessinnen und kurioser Wesen. Die fünf Musiker illustrieren mit starken Musikstücken, frechen Gesängen und pikanten Auftritten diese Fantasiegeschichte.

Eigentlich hätte es die Rahmenhandlung gar nicht gebraucht. Der Auftritt der fünf Löwen war restlos überzeugend und wurde auch mit mächtig viel Applaus honoriert.

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