Vokalensemble Vox Aeterna singt in Ammersricht
Klassiker ohne Kitsch

Das Vokalensemble Vox Aeterna hatte in der Ammersrichter St.-Konrad-Kirche "eine besinnliche Stunde vor der heiligen Nacht" versprochen - und hielt zur Freunde des Publikums Wort. Bild: Petra Hartl

Nein, ein Geheimtipp sind Vox Aeterna nicht mehr! Als Beleg mag die Vielzahl von Musikfreunden dienen, die am Tag vor Heiligabend nach Ammersricht in die St. Konrad-Kirche kamen, um dem Weihnachtskonzert der zwölf jungen Damen und Herren zu lauschen. Was sie geboten bekamen, konnte sich wirklich hören lassen.

Von Johann Frischholz

Amberg. Und das kommt nicht von ungefähr. Das Doppel-Sextett, erst vor gerade einmal zwei Jahren gegründet, hat schon einen Meisterkurs bei den weltberühmten King's Singers absolviert, die hörbaren Einfluss auf Vox Aeterna hatten. In den Arrangements und der Intonation der Lieder eifert die junge Gruppe den großen Vorbildern nach, ohne ins Plagiat zu verfallen. Nein, der Gesang von Vox Aeterna ist durchaus eigenständig und ganz persönlich geprägt.

Den Sopranistinnen Lisa Maria Holzschuh, Maria Seegerer und Anna Lottner standen die Tenöre Johannes Lottner, Johannes Krieg und Philipp Schlagbauer gegenüber. Die tieferen Lagen bestritten Theresa Schneider, Nina Liebl und Carina Berndt als Altistinnen und die Bässe Florentin Siegert, Wolfgang Preuß und Florian Knab. Die harmonische Aufteilung der Stimmen in vier Dreiergruppen sorgte für einen ausgewogenen Klang, der trotzdem auch Raum für einzelne solistische Ausflüge ließ. Wohltönend, also so, wie man gemeinhin Weihnachtslieder gerne hört, aber ohne Gefahr zu laufen, ins Kitschige abzugleiten - dies verboten die feinsinnigen Arrangements schon von sich aus - trafen die Lieder rund um das Christfest schmeichelnd auf die Publikumsohren.

Schwebende Stimmen

Dabei nutzte Vox Aeterna - das Motto des Ensembles lautet übrigens: Cantamus ergo sumus - die Architektur des Gotteshauses für einige ganz spezielle Effekte. In der Mitte des quadratischen Raums, direkt unter der pyramidenförmigen Dachkonstruktion, nahmen sie ihre Plätze ein. Kreisförmig platziert mit dem Gesicht zum Publikum oder auch in Dreiergruppen im Kirchenschiff verteilt, ließen sie ihre Stimmen quasi durch den Raum schweben.

Bei Stücken, die von der Orgel begleitet wurden, gruppierten sich die jungen Leute neben dem Instrument an der Seite der Zuhörer, um dann wieder ihre Plätze im Altarraum einzunehmen. Als 13. Mitglied von Vox Aeterna fungierte Johannes Raab an der Orgel, der den Sängern auch während des Choralvorspiels zu "Wachet auf ruft uns die Stimme" von Johann Sebastian Bach eine kleine Verschnaufpause verschaffte.

Neben solch klassischen Werken, unter anderem eben auch von Bach, kamen auch einige moderne Stücke zur Aufführung. Sogar der letztes Jahr verstorbene Udo Jürgens war mit seinem Lied "Ich glaube!" im Programm vertreten. Die volkstümlichen Klassiker fehlten nicht. Der älteste aus diesem Genre war wohl "Es ist ein Ros' entsprungen" aus dem 16. Jahrhundert. Daneben präsentierte der Chor auch noch "Maria durch ein' Dornwald ging" und die alpenländische Weise "Es wird scho glei dumpa".

Um die Würde des sakralen Raums zu wahren, hatten die Sänger darum gebeten, von Beifallskundgebungen nach den einzelnen Liedern Abstand zu nehmen. Leider, kann man da nur sagen, denn es hat wohl vielen in den Fingern gejuckt, ihrer Begeisterung sofort Ausdruck zu verleihen. Die entlud sich dann allerdings am Ende des regulären Programms in stürmischen stehenden Ovationen.

Erleichtert und zufrieden

Vehement forderte das Publikum Zugaben, die Vox Aeterna bereitwillig gab. Die Chormitglieder waren am Ende ihres Konzerts sichtlich erleichtert und zufrieden, dass ihre Musik so viel Anklang gefunden hatte.
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