13.04.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Volles Musik und Texte erinnern an das Leid Christi Zweimal Passion zur selben Zeit

Sie feiern ihr 50-Jähriges: Natürlich tun die Oberpfälzer Volksmusikfreunde das vor allem musikalisch, das ganze Jahr hindurch. Auch jetzt, vor Ostern, mit einem Passionssingen in der Amberger Bergkirche.

Eine starke musikalische Besetzung aus Schnaittenbach war mit den "Blechernen Sait'n" und den "Schwalberern" beim Passionssingen gegeben, die als Garanten für stimmungsvolle Musik und Gesang bekannt sind.
von Adele SchützProfil

-Sulzbach. (ads) Organisator Hermann Frieser, der ehemalige Kreisheimatpfleger, hatte diesmal "Gedanken um den schmerzhaften Rosenkranz und eine Betrachtung aus dem Kreuzweg von Pater Bonaventura (1935), Kardinal Faulhaber" gewählt. Die zahlreichen Besucher, die das Kirchenschiff auf dem Mariahilfberg füllten, hörten leidenschaftlichen Gesang und stimmungsvolle Instrumentalstücke, aber auch bewegende Texte und Ausführungen zum Turiner Grabtuch und zum "Volto Santo", den Schleier von Manopello.

Mit würdigen Bläserklängen eröffnete der Posaunenchor Thansüß das Programm. Die Franziskaner-Patres als Hausherrn freuten sich über den erneut großen Zuspruch bei diesem ganz besonderen Konzert. Hermann Frieser bedauerte, dass in Amberg fast zeitgleich noch ein weiteres Passionssingen stattfand: Das sei in den vergangenen knapp 40 Jahren, seitdem er das Passionssingen der Oberpfälzer Volksmusikfreunde organisiere, noch nie passiert - und sollte es eigentlich auch nicht mehr.

Als Mitwirkende stellte er die Birgländer Sängerinnen und die Birgländer Stubenmusi, D'Schwalberer und die Blechernen Sait'n aus Schnaittenbach sowie den evangelische Posaunenchor Thansüß vor. Die Musik- und Gesangsgruppen interpretierten dann jeweils auf ihre Art das Leiden und Sterben Jesu. Frieser selbst trug zwei außergewöhnliche Texte vor. Zum einen war dies ein Auszug aus dem Kreuzweg aus der Feder von Kardinal Faulhaber, zum anderen die "Verspottung" aus der Leidensgeschichte des Mundartdichters Herbert Regele.

Mit dem kirchlichen Segen fand das Passionssingen seinen Abschluss. Zahlreiche Besucher folgten danach aber noch der Einladung zu Kaffee, Kuchen und Brotzeit im Kloster.

Das Turiner Grabtuch und der "Volto Santo"

Die Echtheit des Turiner Grabtuchs sei nach rund 100-jähriger Forschung nun anerkannt, berichtete Hermann Frieser beim Passionssingen: "Mehr Beweise vom Leiden und Sterben Jesu gibt es nicht. Das Tuch trage "die Spuren sämtlicher Prophezeiungen der Leidengeschichte aus dem Alten Testament und Aufzeichnungen der Evangelisten darüber im Neuen Testament." In diesen Leinenstoff sei nach den Aufzeichnungen der Evangelisten Jesus nach der Abnahme vom Kreuz gewickelt und ins Grab gelegt worden. Wie bereits 1898 der Amateurfotograf Secondo Pia auf seiner Negativ-Aufnahme von diesem Tuch entdeckt habe, zeige das Abbild darauf Spuren eines schwer misshandelten Mannes. "Das verblüffende Zusammenspiel aller einzelnen Indizien" sei entscheidend für die Anerkennung der Echtheit gewesen. Diese erhebe das Tuch "zur heiligsten aller Reliquien". Der Schleier von Manopello, der "Volto Santo", gebe der Wissenschaft ebenfalls Rätsel auf. Aufgrund der darauf erkennbaren Proportionen des Gesichtes und der Lage der Wunden, die mit denen des Turiners übereinstimmten, könnte es sich laut Frieser um ein Tuch aus dem Grab Christi handeln - oder um das Schweißtuch der Veronika. (ads)

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