Weihnachten am Max-Reger-Gymnasium
Ein Konzert ist nicht genug

Die Big Band des MRG präsentierte eine Weihnachtsliedsmedley. Bilder: Andreas Brückmann (3)
Kultur
Amberg in der Oberpfalz
23.12.2016
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Solist am Violoncello Daniel Galperin (12. Klasse) bei Adagio-Moderato aus Konzert Nr. 1 in C-Dur von Joseph Haydn.

Weihnachten und Musik - das gehört zusammen wie Christbaum und Kugel. Das Max-Reger-Gymnasium gibt sich mit einer Veranstaltung traditionell aber nicht zufrieden. Vor dem Fest zeigen die Schüler gleich an drei Tagen, was sie können.

Amberg. Das erste Konzert im Festsaal war der Unter- und Mittelstufe sowie den Ensembles vorbehalten. Den Abend eröffnete der Unterstufenchor, am Klavier begleitet, mit vier Adventsliedern. Das Mittelstufen-Streichquartett präsentierte den ersten Satz aus Mozarts Streichquartett KV 157. Die Sax-Reger-Juniors von Elke Beer erfreuten mit beschwingten Traditionals wie "The first Nowell" oder "Deck the Hall". Herausragend war so mancher Solobeitrag, zum Beispiel von Susanne Merkl, die aus Telemanns Sonate F-Dur spielte. Gleiches gilt für Jakob Krusche , der den Gnomenreigen, eine virtuose Konzertetüde Franz Liszts, vortrug.

Caprice Krämer zeigte hohe Musikalität mit ihrem Policinello (Kasperl) von Heitor Villa-Lobos. Die Kombination von Gitarre (Andreas Frauendorfer), Violine (Konstanze Frauendorfer) und Violoncello (Theresa Urban) überzeugte mit Lovlands "Songs from a Secret Garden", gefolgt von einem "Let it Snow". Die Schulstreicher boten mit der Klavierbegleitung von Antonia Schlosser und Josie Stasko einen Medley. Zum Schluss vereinten sich Unterstufenchor und Schulstreicher zu dem abschließenden "O du fröhliche", bei dem das Publikum zum Fundament der Streicher gerne die Melodie übernahm.

Feinfühliges Musizieren

Am Beginn des Mittwoch-Abend-Konzertes stand Pachelbels Kanon, vorgetragen vom Querflötenorchester. Die Festsaal-Orgel wurde von Nina Lehner mit Buxtehudes Präludium und Fuge gekonnt in Szene gesetzt. Arcangelo Corellis Triosonate op. 4 haben sich drei Mädchen vorgenommen: mit zwei Violinen (Laura Peter und Lisa-Maria Geitner) und Cembalo (Doris Schwager) zeigten sie gut abgestimmtes, feinfühliges Musizieren in barocker Klangwelt. Abwechslungsreich die Palette der Solisten: ob Susanne Hiltl (Querflöte) oder Ferdinand Stich (Trompete), ob Theresa Kederer, Katharina Heckmann, Magdalena Urban (alle Violine) oder Theresa Urban (Violoncello) - alle wiesen eine bemerkenswerte Bandbreite vom samtweichen bis zum durchstrahlenden Ton auf. Auch die Pianistinnen Christina Bader und Michaela Hoch boten romantische Stimmungsbilder auf hohem Niveau. Herausragend Anette Knab: Lupenrein intoniert, mit beeindruckender Technik und Atemführung, äußerst feinfühlig begleitet von Lisa Milyukova, zauberten die beiden Klangwelten mit ihrer Interpretation von Jules mouquets "Pan et les oiseaux".

Den Abend beschloss die Big Band mit Klassikern wie "Deck the Hall" und "Feliz Navidad". Mit Sängerin Jana Zinnbauer gab sie dem Publikum "Last Christmas" auf den Heimweg.

Im Kongregationssaal

Mit festlichen Klängen der Blechbläser wurden die Zuhörer des dritten Konzerts im Kongregationssaal empfangen. Mit viel Esprit musizierte das Sinfonie-Orchester den 1. Satz der "Weimarer"-Sinfonie. Weich und samten war der Orchesterklang dann im 2. Satz des Cellokonzerts in C-Dur von Haydn. Mit seinen wunderbar geschmeidigen Cellotönen spielte sich Solist Daniel Galperin in die Herzen der Zuhörer. Larissa Kautz legte einen runden und vollen Saxofon-Sound über einen barocken Satz aus einer Sonate von Händel. Begleitet wurde sie an der Orgel von Instrumentallehrerin Beate Köhler. Das Sax-Reger-Ensemble bot Sätze aus einem selten gehörten Saxofonquartett von Glasunow. Mit einem Arrangement des Largo aus Dvoraks 9. Sinfonie leiteten die Saxofone zum Streichquartett über. Magdalena Urban und Konstanze Frauendorfer (Violinen), Ronja Rosemann, Viola und Daniel Galperin (Violoncello) spielten den 1. Satz aus dem "Amerikanischen" Streichquartett von Dvorak. Wie schon bei den ersten zwei Konzerten im Festsaal, ging es mit großer Klangvielfalt weiter. Hinreißend schwermütig musizierten Judith Lehner an der Klarinette und Ludwig Stepper am Akkordeon den langsamen Tango "Oblivion" von Piazolla. Danach ließen die Brüder Robin und Eric Engel alle Geräusche im Saal verstummen, jeder im Publikum lauschte den zarten Tönen im "Prelude" Bachs, aber auch den kraftvoll spanischen Gitarrenklängen in "En Los Trigales" von Rodrigo.

Chor und Bläser

Weihnachtlich eingestimmt wurden die Zuhörer mit "O come, all Ye Faithful" und "Vom Himmel hoch" durch das Blechbläser-Ensemble. Den letzten Konzertblock gestaltete der Chor mit den Blechbläsern. Barocke Klangentfaltung in einzeln und zusammen wirkenden Gruppen im "O magnum mysterium" von Gabrieli erfreute die Ohren der Zuhörer. Wie schön Chorklänge in reiner Stimmung wirken, durfte man in "Siehe, ich sende meinen Engel" erfahren. In gefälligen Melodien konnte sich das Publikum bei "The Ground" und "Sheperds Pipe Carol" wiegen.
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