13.11.2017 - 12:18 Uhr
Oberpfalz

Werner Schlenzig lässt wieder einmal seinen Bass klingen Reise zurück zum Beat

Es war eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Damals Josefshaus, Metropol und ein verrauchter Keller an der Sulzbacher Straße. Jetzt das Sudhaus der Kummert-Brauereiwirtschaft. Alles so wie früher, als Beatles und Kinks die Messlatte für Werner Schlenzig darstellten.

Werner Schlenzig hat es natürlich nicht verlernt. Meisterhaft bediente er seinen Bass bei zahlreichen Hits der Beat-Ära. Bild: hou
von Autor HOUProfil

Von Wolfgang Houschka

Es war ein großer Freundeskreis, der sich da traf. Weil die ehemaligen Fans der League 66 erfahren hatten: "Der Schlenzig kommt und rockt wieder." Konnte er das mit seinen nun doch schon 69 Jahren noch? Die Antwort gab er selbst. Nach Pfefferminztee für die Stimmbänder und in einem musikalischen Rahmen, den ihm die Band The Sound Society gab. Mit Bernd Stief oder Leo Beck, die wie Schlenzig zu den Urgesteinen einer Ära zählen, in der sich auch auf lokaler Ebene vieles bewegte.

Der ganze Auftritt hatte eine Vorgeschichte. Bei der Geburtstagsfeier eines AZ-Journalisten, der schon in den 1960er Jahren über die Amberger Musikszene regelmäßig geschrieben hatte, verabredete sich Werner Schlenzig zu Proben mit den Leuten der Sound Society. Ein weiter Anfahrtsweg für ihn aus dem Raum Freiburg im Breisgau, wo er seit Jahrzehnten wohnt. Doch für ein gutes Dutzend Songs reichte es.

So wurde dann dieser Abend im Kummert-Sudhaus zu einem außergewöhnlichen Erlebnis für alle, die gekommen waren. Rock'n'Roll, der die Zeit standhaft gleich einem Zinnsoldaten überdauert hat. Alte Nummern wie "You've got to hide your love away" von den Beatles und John Lennons "Instant Karma" in der Fassung von Carl Carlton, dem Maffay-Gitarristen.

Dazu "Rattlesnake Shake" von Peter Green und Bob Dylans "I watch the River flow". Schwierige Nummern großteils. Für Werner Schlenzig aber auch nach so vielen Jahren kein größeres Problem. Es gab natürlich auch noch eine ganze Sammlung der Smash-Hits von gestern. Das "Back in the USSR" von den Fab Four, die Jimi-Hendrix-Suche nach einem gewissen Joe, der seine Frau niedergeschossen hat und den Beatles-Evergreen"Cry for a Shadow". Schlenzig beteiligte sich mit seinem Bass. Einziger Unterschied zu damals: Es ist nicht mehr jenes Hoefner-Instrument, das er wie seinerzeit Sir Paul McCartney benutzt. Aber irgendwie ähnelt er dem Mann aus Liverpool noch immer.

Schwierig womöglich zu verstehen für manche, die heutzutage musikalisch eingeordnet sind zwischen Andreas Gabalier, Helene Fischer und Andrea Berg. Doch andererseits: Sie hatten nicht das Glück, mit dabei sein zu können, als die Musik auch in Amberg eine völlige Neuorientierung bekam. Denn seinerzeit war wirklich etwas los in der lokalen Szene.

Selbst wenn die Jacke auch Tage später noch ausgelüftet werden musste vom Mief in den Kellern und das städtische Jugendamt gnadenlos einschritt, weil Verstöße gegen Moral und Sittlichkeit zu befürchten waren.

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