04.04.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Wolfgang Krebs im Musikomm A Watschn ham alle verdient

(kge) "Bei mir müssen'S mitdenken. Sortieren Sie sich das selber." Mit diesem Spruch brachte Wolfgang Krebs im Musikomm eine seiner Paraderollen auf den Punkt. Alias Edmund Stoiber führte er durch seine Gala, in der zum Schluss durch das Klatschen des Publikums "der größte politische Bockmist" der vergangenen Zeit einen goldenen beziehungsweise silbernen Watschnbaum verliehen bekam. In atemberaubendem Tempo verhaspelte sich der Kabarettist - gemäß seinem Vorbild - dermaßen mit Namen oder Begriffen, dass das Publikum eine wahre Freude an der Wortakrobatik hatte.

Seit zehn Jahren widmet sich der ehemalige Postbeamte Wolfgang Krebs hauptberuflich dem Kabarett und tritt mit Solo-Programmen auf. Von 2010 bis 2013 stellte er auf dem Nockherberg Ministerpräsident Horst Seehofer dar. Dass er auch in die Rolle dessen Vorgängers Edmund Stoiber schlüpfen kann, bewies der 50-Jährige im Musikomm. Bil: Karin Hegen
von Karin HegenProfil

"Man wird entspannter, wenn man Konsonanten vermeidet" - in schönstem fränkischen Dialekt gab er den Söder, den Hermann und den Beckstein. Als Seevogel - Pardon, Seehofer - erklärte er genau dessen Denkweise: "Die einzige Opposition in Bayern bin ich selber. Ich und einen Standpunkt? Will doch bloß die Merkel ärgern!" Und auch die "Bundeskanzlerfrau" hatte er im Programm. Urkomisch ließ er sie von ihrem letzten Aufenthalt im Freistaat erzählen, bei dem die Leute aus gläsernen Eimern tranken oder sie sich mit der Übersetzung des heimischen Dialektes abmühte. Was er nur mit unterschiedlichen Perücken und Kostümen an Vielfalt auf die Bühne brachte, war unglaublich. Für Gauck, Benedikt, Aiwanger und Ude stand er sogar "in natura" kurze Zeit da, um diese berühmten Personen einzig perfekt in Tonfall und Gestik zu imitieren. Otto Normalverbraucher Schorsch Scherbel, der volltrunken eine Hochzeitsrede für Sabrina und Hussein hielt, verkörperte treffend den landläufigen Umgang mit Zuwanderern. Obwohl er so lockere Sprüche wie "das frühe Vögeln entspannt den Wurm" los wurde, präsentierte sich Wolfgang Krebs nicht als oberflächlicher Komödiant. Sondern als Vollblutkabarettist, der sich mit der kleinen und großen Politik genau befasst hatte, um sie mit seinem Humor erträglich zu machen.

In der Rolle des Seehofers: "Nach zehn Jahren Ehe sagt man: Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen? Nach 20 Jahren: Können Sie sich das vorstellen? Und nach 30 Jahren: Könnten Sie sich bitte davor stellen?" Als Christian Ude: "Ich habe die Schläge beim Anzapfen auf Null reduziert. Da kriecht der Zapfhahn ins Fass, bevor ich das Zelt betreten habe."

Schlagerfuzzi Montana gab auch eine Lebensweisheit zum Besten: "Milch ist gefährlicher als Alkohol. Oder könnt ihr euch noch an die ersten zwei Lebensjahre erinnern?" Und noch ein Spruch: "Immer wenn du denkst, es geht nicht blöder, kommt von irgendwoher der Söder." Alias Angela Merkel: "In Bayern heißen alle Männer Franz, Sepp oder Xaver. Und die Frauen? Oide!"

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