19.07.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

"Zehn Dinge, die ich an dir hasse" am Gregor-Mendel-Gymnasium Shakespeare im Comedy-Format

"Schöne gegen Weiber - Coole gegen Tussen": So klang der Rap, den sich die feindlichen Lager verbal, optisch und bildhaft um die Ohren hauten. "Zehn Dinge, die ich an dir hasse" hieß das Stück von Claudia Ried, aufgeführt von "Die Oscars", der Theatergruppe Gregor-Mendel-Gymnasium.

Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und die amerikanische Comedy-Serie "Zehn Dinge, die ich an dir hasse" dienten bei den Schultheatertagen am Gregor-Mendel-Gymnasium als Vorlage für ein Stück der Gruppe "Die Oscars". Bild: Wolfgang Steinbacher
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Von Susanna Rosemann

Amberg. In Anlehnung an Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" und die amerikanische Comedy-Serie "Zehn Dinge, die ich an dir hasse" drehte sich alles um die zwei sehr unterschiedlichen Töchter der gestressten Gynäkologin Liebermann (Marion Hopfenzitz).

Die eine, Katharina (Katharina Filimonov), will offensichtlich nichts mit Jungs und Zickenkram zu tun haben, was der anderen, Bianca (Ayana Bauer), zum Verhängnis wird, da sie ihrerseits ausgesprochen großes Interesse an Jungs hat, aber erst ein Date haben darf, wenn auch Kathi an den Mann gebracht worden ist. So hat es Frau Mama beschlossen. Und dann ist da noch die kleine vorlaute Schwester Elisabeth (Julia Depperschmidt), die der ganzen Familie gewaltig auf die Nerven geht.

Zu Beginn kündigt die coole Mel (Alicia Schroers Gómez) "die Schönen" an und steigt in die Gang um Katharina und Tine (Lucy Riß) ein. Im Verlauf des Stücks wechselt sie immer wieder von der Erzählerin zur Darstellerin. Zu "Barbie Girl" stolzieren Bianca, Lisa (Ida Hanft), Vroni (Jessica Urbanovic), Hanna (Laura Tschursin) und Lara (Natalia Matula) ins Bild, sichtlich um ihr aufgeputztes Äußeres bemüht. Köstlich vermitteln sie durch ihre tiefen Schmachtseufzer ihre große Bewunderung für den Ober-Macker der Schule, KJ (Niko Tadin). Zu toppen ist seine Coolness nur noch durch den neuen Schüler Jojo (Paula Schißlbauer).

Dann taucht noch das Trio Max (Richard Römmich), Frederike (Violetta Kaiser) und Lukas (Celina Fink) auf. Sie beschließen, gesponsert von KJ, der sich seinerseits Chancen bei Bianca ausrechnet, Jojo als Date für Kathi anzuwerben, um dem verliebten Lukas den Weg zu Bianca frei zu machen. Jojo lässt sich auf den Deal ein und stellt schnell fest, dass er wirklich Gefallen an Kathi findet. Er macht Eindruck bei ihr und sie nimmt seine Einladung zu einer Party an, was damit endet, dass sie sich in ihn verliebt. Bianca allerdings kommen Zweifel an KJ. Entsprechend ernüchternd gestaltet sich die Frühstücksszene, in der nur die genervte Mutter spricht und die Töchter nebst Freundin Vicky (Mabel Kigadye) für den nonverbalen Dialog sorgen. Selbst in dieser Szene hat übrigens Vicky, die Freundin der kleinen Schwester Elli, nichts zu melden.

Bald nach der Sause fliegt der vermeintliche Gefühlsschwindel durch die ebenfalls an Jojo interessierte, aber abgeblitzte Sophia (Vivian Gier) auf. Liebeskummer macht sich breit, sowohl bei Kathi als auch bei Jojo. Hilfe kommt ausgerechnet von Bianca, als ihr Kathi gesteht, dass sie einmal was mit KJ hatte. So nähern sich die beiden Schwestern wieder an.

Szenenwechsel: Es wird ein Gedicht für die nächste Deutschstunde von Frau Rudolf (Julia Groß) eingefordert. Der coole Norbert (Alina Dotzler) reimt mit Mel sogar im Duett. Dann verkündet Kathi, an Jojo gerichtet, "Zehn Dinge, die ich an dir hasse", mit dem Schlusssatz "mein Herz, das kann nicht von dir lassen". So geht es auch Jojo, der sie zurückgewinnt. Auch Lukas verzeiht Bianca und erwärmt sich für sie.

Während des gesamten Stücks war der Jugendlichen liebstes Spielzeug das Handy, das einmal mehr die Veränderung in der heutigen Kommunikation deutlich machte. Zu erwähnen ist auch die einfallsreiche, minimalistische Bühnenausstattung, bestehend aus einem Podest und mehreren Holzkisten, die gekonnt Szene für Szene neu gesetzt wurden.

Insgesamt bewiesen die Akteure großes schauspielerisches Talent, auch durch ihr gekonntes Minenspiel, was in den abwechselnd auftauchenden Pantomime-Szenen hervorragend zur Geltung kam. Musikalisch treffend und mit vielen Mitteln des modernen Theaters gespickt, gelang es der Truppe, den Besuchern zwei kurzweilige und amüsante Stunden Unterhaltung zu bescheren.

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