12.01.2018 - 17:28 Uhr
Oberpfalz

Zweite Chance für mit Golden Globe ausgezeichneten Film Aus dem Nichts zum Erfolg

Beinahe über Nacht erlangte der Kinofilm "Aus dem Nichts" Berühmtheit. Der Genremix aus Thriller und Drama von Regisseur Fatih Akin wurde nach dem Golden Globe jetzt auch mit dem Critic's Choice Award ausgezeichnet.

Katja Sekerci (rechts; gespielt von Diane Kruger) hat alles verloren: Bei einem Bombenanschlag durch Neonazis werden ihr kleiner Sohn und ihr kurdischer Mann getötet. Katja fällt in ein emotionales Loch, nimmt Drogen. Sie will die Täter unbedingt hinter Gittern sehen. Bild: Warner Bros.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Im Amberger Cineplex lief die deutsch-französische Koproduktion mit Hollywood-Schauspielerin Diane Kruger bereits im November für nur drei Wochen. Schwache Besucherzahlen waren ausschlaggebend für die kurze Laufzeit. Der Grund laut Theaterleiter Stephan Götz: das hochpolitische Thema. Im Fokus der Geschichte, die vom Nagelbomben-Attentat in Köln 2004 inspiriert ist, steht Katja Sekerci (Diane Kruger), die ihren kurdischen Mann und gemeinsamen Sohn bei einem solchen Anschlag verliert. Zusammen mit einem befreundeten Anwalt schafft sie es, ein Paar aus dem NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) vor Gericht zu bringen. Alle Beweise sprechen dagegen. Doch dann werden die mutmaßlichen Täter freigesprochen. Katja verzweifelt.

Mit nur 91 Besuchern in der Start-Woche und rund der Hälfte in der zweiten floppte der Film in Amberg. Zum Vergleich: "Fack ju Göthe" sahen in der ersten Woche 1500 Gäste. Natürlich seien das ganz unterschiedliche Genres, erklärt Stephan Götz, Theaterleiter des Cineplex.

Erlebt habe er schon öfter, dass Filme mit schwierigen Themen beim Publikum wenig Anklang finden. "Die Menschen sind zu einem gewissen Grad mit schlechten Nachrichten überreizt. Geht man ins Kino, will man dem Alltag ein Stück weit entfliehen", schätzt Stephan Götz die Gründe für das geringe Interesse ein. "Viele geben dem Film erst eine Chance, wenn er durch die Medien bekannter wurde."

"Deswegen werden wir ihn in der Filmauslese zeigen", versichert Götz. Um das Datum der Oskar-Verleihung herum (Anfang März) haben Interessierte die Chance, sich den laut Götz "qualitativ wahnsinnig guten Film" anzusehen.

Im Sulzbach-Rosenberger Luli-Kino lief der Film nicht. "Er wäre es sicherlich wert, aber mit drei Sälen sind wir begrenzt. Wir zeigen eher aktuelle Filme ", sagt Kino-Besitzer Dieter Hierstetter.

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