02.09.2006 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

1881 wurde der Bienenzuchtverein gegründet - Im Keller Stück Vereinsgeschichte wiederentdeckt: Anfangs nur ein "loser Haufen"

Es war eine Art "Geburtstagsgeschenk", wenige Tage vor dem Vereinsjubiläum: Ein Vereinskollege von Vorsit-zendem Dieter Schwientek hatte in seinem Keller ein ganzes Bündel Unterlagen entdeckt - ein Stück Vereinsgeschichte, die man eigentlich verloren geglaubt hatte. Die wieder entdeckten alten Zeitungsausschnitte und handschriftlichen Aufzeichnungen erlauben dem Bienenzuchtverein jetzt einen Blick zurück auf seine Anfänge anno 1881.

von Heike Unger Kontakt Profil

Bereits 1869 hatte die Regierung der Oberpfalz die Bienenzüchter aufgefordert, einen Verein zu gründen - ohne Erfolg. Ab 1872 taten sich zwar 37 Bienenzüchter im Raum Amberg zusammen, bildeten dabei aber eher einen lockeren Verbund, wie Schwientek aus den alten Unterlagen weiß: "Ein ,Herr von Mann', Pensionist auf dem Paradies, hatte sozusagen die Leitung dieses losen Haufens."

Dann wurden aber doch "Nägel mit Köpfen" gemacht: Mit Hilfe "des Bergmanns Wilhelm und des Waffenschmieds Leithäuser von Neumühle" wurde 1881 ein Verein gegründet. Ein entsprechender Vermerk findet sich nicht nur in den wieder entdeckten Aufzeichnungen, sondern Hinweise darauf gibt es auch in den Ausgaben der damaligen Amberger Zeitungen, in denen 1881 monatlich Inserate zu Imker-Versammlungen beim Bruckmüller, im Kochkeller oder in der Velhorn-Wirtschaft einluden.

20 Mitglieder zählte der Verein zum Zeitpunkt seiner Gründung. Diese imkerten in "Klötzen, Körben und Beuten": Erstere waren, wie Schwientek erklärt, Baumstammstücke, letztere Kästen, bereits ähnlich, wie man sie heute noch hat. Die "Imker-Verhältnisse" damals waren gut, heißt es in den Notizen - "es gab viele Schwärme und Honig". "Von der Königinnenzucht wusste man damals noch nichts", erklärt Schwientek. So ändern sich die Zeiten: Heute "will kein Imker einen Schwarm haben", stattdessen ziehe er sich seine Königinnen selbst.

Geimkert wurde anno 1881 "mehr aus Idealismus und zur Unterhaltung als aus Gewinnsucht". Der Vereinsbeitrag betrug 20 Pfennig im Monat, ein Pfund Honig kostete 80 Pfennig. Die einzige Bienenkrankheit, die man kannte, war die Ruhr und das Füttern von Zucker war noch eher selten. Vereinsmitbegründer Leithäuser befasste sich damals zwar schon mit der Königinnenzucht - "aber ohne großen Erfolg", zitiert Schwientek. 1910 war die Mitgliederzahl auf 75 angewachsen. Diese betreuten 190 Kastenvölker und 118 Korbvölker.

Zum Absatz ihres Honigs hatten die Imker einen Vertrag mit dem Kaufmann Ludwig Feil abgeschlossen: Der nahm ihnen ihren Honig für 95 Pfennig pro Pfund ab und verkaufte ihn für 1,15 Mark pro Glas weiter. Doch als der Ertrag schlecht wurde, ging diese Verkaufsstelle schnell wieder ein.

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