04.02.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

24-Jähriger richtet in kürzester Zeit 70 000 Euro Schaden an Nur auf Zerstörung aus

von Autor HWOProfil

Er rastete von einem Moment auf den anderen vollkommen aus und startete eine Aktion der Zerstörung in Neumühle. Fast schon unglaublich, wie das Schöffengericht beim Amtsgericht Amberg jetzt befand und eine zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von 21 Monaten verhängte.

Nicht vorbestraft, Sohn aus gutem Hause, fester Job, eigentlich keinerlei Probleme. Und dann völlig ansatzlos und schier unbegreiflich eine Serie von Straftaten, die mit rundgerechnet 70 000 Euro Schaden endete.

Der 24-Jährige auf der Anklagebank hatte im November 2010 an einer Vorweihnachtsfeier seiner Firma in der Nähe von Hahnbach teilgenommen. Er kam ohne Auto, konnte folglich trinken und fuhr nach Mitternacht mit einem Kollegen herein nach Amberg.

Serie von Straftaten

In Neumühle wollte der junge Mann plötzlich aussteigen. Weit entfernt von seiner Wohnung. "Er wird schon Gründe haben", dachte sich sein Kumpel noch, hielt kurz an und fuhr weiter. Nicht lange danach begann der 24-Jährige völlig ansatzlos mit einer Straftatenserie, die als blanker Vandalismus bezeichnet werden muss. Der junge Mann riss zunächst Reklameschilder aus ihrer Verankerung, brach teilweise Betonsockelverankerungen mit heraus, legte die Trümmer auf nur wenige Meter entfernte Bahnschienen. Dann drang er gewaltsam in die leerstehende Halle eines ehemaligen Supermarktes ein, raffte brennbare Gegenstände wie Baumaterial und Planen zusammen, legte Feuer. Die Flammen lösten zwar keinen Großbrand aus, sie sorgten aber für einen Rußschaden, dessen Behebung weit über 40 000 Euro ausmachte.
Minuten später setzte sich die Zerstörungswut des 24-Jährigen fort. Mit einem Pflasterstein demolierte er auf dem Gelände eines benachbarten Gebrauchtwagenhändlers zwei im Freien stehende Autos, lief stadteinwärts und warf die Scheiben zur Eingangstüre eines Supermarktes ein. Als das Sicherheitsglas splitterte, fuhren Streifenwagen vor, kam es zur Festnahme. Der Täter, so ließ sich den Akten entnehmen, habe einen verwirrten Eindruck gemacht.

"Ich habe keinerlei Erinnerung und möchte selbst gerne wissen, was damals mit mir vorging", meinte der 24-Jährige vor Gericht. Maßgeblich hatte wohl die erhebliche Alkoholisierung von nahezu zwei Promille zu den Straftaten beigetragen. Von Anwalt Dr. Günther Schatz beraten, räumte der Beschuldigte seinen willkürlich unternommenen Zerstörungszug ein, wobei sich zeigte, dass er gleich am nächsten Tag zu den Geschädigten gegangen war, sich entschuldigt und Schadenswiedergutmachung angekündigt hatte.

Er soll zum Arzt gehen


"Lassen Sie sich eingehend ärztlich untersuchen", empfahl Richter Dr. Stefan Täschner dem 24-Jährigen nach dem Urteil, das auf 21 Monate mit Bewährung wegen versuchten gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Brandstiftung und Sachbeschädigung lautete. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre mit Bewährung gefordert. Noch eines wurde dem jungen Mann von Richter Täschner vor Augen geführt: "Mit dem Geld, das Sie jetzt zahlen müssen, wäre der Grundstock für ein eigenes Haus gelegt gewesen."

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