29.08.2014 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

28-Jähriger macht bei Einbrüchen am Malteserplatz Beute für 27.000 Euro "Bisschen Geld für Drogen"

Bild: dpa
von Autor HWOProfil

Wenn er Geld für Drogen brauchte, bekamen seine Nachbarn am Malteserplatz unliebsamen Besuch. Der 29-Jährige erschien mit Steinen, warf Scheiben ein und ging schwer bepackt mit erbeuteten Elektronikgeräten heim. Annähernd 27.000 Euro machte der von ihm angerichtete Schaden aus. Die Sachen wurden verhökert, nur wenige Stücke aus dem Diebesgut sichergestellt.

Psychisch krank, drogenabhängig, Probleme mit dem Alkohol. Da kam es zu Einbrüchen, die am Malteserplatz für Unruhe sorgten. Der 29-Jährige, gleich in der Nähe wohnhaft, suchte zwei Büroniederlassungen heim, er schaute sich auch in einem Keller nach Brauchbarem um und tauchte nachts bei einem amerikanischen Offizier auf, der zu diesem Zeitpunkt nicht daheim war.

Was der Mann anschließend wegschleppte - er kehrte dazu mitunter mehrfach an die Tatorte zurück -, war in einer ellenlangen Liste registriert, die nun vor dem Schöffengericht lag. Fernseher, Laptops, Handy, PCs, Festplatten, Objektive, Smartphones. Den Eigentümern entstand dadurch nicht nur materieller Schaden. Sie verloren auch wichtige Dateien. Seine Tatorte hatte der 29-Jährige zuvor ausgekundschaftet. Von daher wusste er, wann er ungestört zum Diebstahl erscheinen konnte.

In dunklen Kanälen

"Ich war's, weil ich ein bisschen Geld für Drogen gebraucht habe", gestand er vor Richter Markus Sand. Die Polizei hatte nach den Einbrüchen im Umfeld ermittelt, kam auf Hehler. Doch die meisten Beutestücke tauchten nicht mehr auf. Sie verschwanden in dunklen Kanälen, wurden dem Dieb für ein paar Euro abgekauft. Zurück blieb ein finanzieller Schaden von knapp 27.000 Euro.

Der gebürtige Amberger hatte sich vor Monaten schon in eine Fachklinik begeben. Dort wird er behandelt, muss wohl noch längere Zeit bleiben und will anschließend in der Umgebung des Hauses seinen Wohnsitz nehmen. "Er befindet sich auf einem guten Weg", stand in einem Gutachten, das Richter Sand verlas. Von daher erhob sich die Frage: Sollte man ihn aus der Behandlung nehmen und einsperren?

Von der Staatsanwaltschaft wurden zwei Jahre und vier Monate Haft beantragt. Das hätte keine Bewährung zugelassen. Verteidiger Dr. Gunther Haberl hielt das für unangemessen. Er sprach von beeinträchtiger Steuerungsfähigkeit und legte dem Schöffengericht nahe, den 29-Jährigen in der Klinik zu belassen.

Nach einer halben Stunde Beratungszeit stand fest: Mit der verhängten zweijährigen Haft zur Bewährung kann der Mann seine Therapie fortsetzen. Er bekam eine Reihe von Weisungen und muss 100 gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten.

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