05.01.2013 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

30-jähriger Schwandorfer muss vier Monate in Haft - Wenig Milde für notorischen Schwarzfahrer Viele Vorstrafen und keine Fahrkarten

von Autor HWOProfil

Sein Name lässt auf adelige Abstammung schließen. Allerdings ist der Lebenswandel des 30-Jährigen keineswegs so untadelig, wie man es besonders von Blaublütern erwarten sollte. Acht Vorstrafen brachte der aus Strafhaft polizeilich herbeigeschaffte Schwandorfer mit, als es um die Frage ging, warum er denn permanent ohne Fahrkarte per Bahn unterwegs war.

Im Mai 2012 hatte die Justiz den Mann zur Verbüßung einer mehrmonatigen Haftstrafe einbestellt. Das wusste der 30-Jährige und gönnte sich vorher noch etliche Ausflüge zum Nulltarif. Mal erwischten sie ihn im Zug von Schwandorf nach Regensburg, dann wieder saß er in einer Bahn, die von Schwandorf nach Nürnberg unterwegs war. Die Schaffner kannten den Herrn schon zur Genüge und sie wussten auch, dass er nie ein Ticket besaß. Insgesamt 23-mal wurde der umsonst reisende Schwandorfer erwischt. Allerdings stellten Vogtlandbahn und DB nur in neun Fällen Strafantrag.

Volles Geständnis

Diese Touren standen jetzt vor der Amberger Richterin Jacqueline Sachse zur Debatte. Wobei es dazu wirklich keine langen Diskussionen gab. Auf Anraten seines Verteidigers Jürgen Mühl (Amberg) räumte der Arbeitslose die als "Leistungserschleichungen" angeklagten Delikte unumwunden ein. Bei einem solchen Geständnis, das längere Beweisführungen erspare, dürfe wohl mit einer Geldstrafe gerechnet werden, wünschte Anwalt Mühl für seinen Mandanten.
Doch dieser Vorschlag stieß auf wenig Verständnis. Erst forderte die Staatsanwältin vier Monate Gefängnis ohne Bewährung, dann kam die Richterin diesem Antrag nach. Sie bezeichnete den 30-Jährigen als unbelehrbar und hob hervor, dass die Verteidigung der Rechtsordnung ein zumindest kurzzeitiges Einsperren des Beschuldigten gebiete.

Bekannte fährt "mit"

Ganz so kurz wird es allerdings nicht werden. Denn noch sitzt er eine andere Verurteilung ab. Geklärt wurde in dem Prozess die Frage, weshalb denn der Schwandorfer immer wieder Züge bestieg. "Meine Bekannte besuchen", ließ er wissen. Was eine Gegenfrage der Richterin nach sich zog: "Die hätte doch auch zu ihnen kommen können?" Die Antwort: "Hat sie gemacht. Und immer mit Fahrschein."

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