25.05.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

33-Jähriger zu zweieinhalb Jahren verurteilt - Gericht ordnet Entzugstherapie an Drogensucht kostet täglich 200 Euro

von Autor HWOProfil

Sein Pech war, dass ihn alle Schwandorfer Polizeibeamten als Drogenkonsumenten kannten. Von daher blieben Kontrollen bei einem 33-Jährigen nicht aus, wurde er öfter als andere von Uniformierten gefilzt. Aufgefundene Mengen von Heroin und Crystal Speed, bei einer Überprüfung entdeckt, brachten dem Übersiedler aus Schwandorf nun zweieinhalb Jahre Haft ein.

Vier Leute saßen in dem Auto, das eine Funkstreifenbesatzung der Schwandorfer Autobahnpolizei im letzten Sommer an der Adenauerbrücke stoppte. Einer der Insassen ließ blitzschnell etwas zwischen seinen Beinen verschwinden. Doch es half ihm nichts: Auf der Fußmatte fanden die Polizisten 20 Gramm Heroin und mehrere Portionen der noch gefährlicheren Droge Crystal Speed.

Mit 15 begonnen

Der damals 32-Jährige wurde festgenommen, litt sofort unter akuten Entzugserscheinungen und musste die Fahrt zum Ermittlungsrichter in einem Krankenwagen antreten. Angesichts mehrerer einschlägiger Vorstrafen erging Haftbefehl gegen den Übersiedler aus Kasachstan. Beim Prozess vor dem Amberger Schöffengericht offenbarte sich jetzt: Der Mann hatte im Alter von 15 Jahren mit dem Drogenkonsum begonnen, brauchte zuletzt fünf Gramm Heroin am Tag und musste neben viel Geld einen hohen persönlichen Preis dafür zahlen. Seine Ehe ging in die Brüche, der Führerschein kam weg.
Womit der arbeitslose Glaser seine Sucht finanzierte, blieb in der Verhandlung ungeklärt. Fest stand allerdings, dass er pro Tag bis zu 200 Euro benötigte.

Vor dem Schöffengericht, das unter Vorsitz von Dr. Stefan Täschner tagte, legte der 33-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. In Handschellen von der Polizei vorgeführt, ließ er in einwandfreiem Deutsch wissen, dass nunmehr Schluss sein müsse mit der kriminellen "Karriere". Der Mann willigte dann auch sofort ein, als man ihm eine längerfristige Entzugsmaßnahme vorschlug. In diese Richtung hatte sich zuvor ein medizinischer Sachverständiger aus der Drogenklinik Parsberg geäußert.

Der Staatsanwalt beantragte zweieinhalb Jahre Haft und legte nahe, den Angeklagten in eine Therapie einzuweisen. Diesem Antrag folgte das Schöffengericht und signalisierte dem 33-Jährigen, dass er nun eine letzte Chance bekomme, um sich von seiner Sucht zu lösen. In der Vergangenheit war dies bereits einmal misslungen.

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