28.01.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

51-Jährige gibt falsche eidesstattliche Erklärung ab - 1500 Euro Geldstrafe verhängt Ein Gespräch, das es nie gab

von Autor HWOProfil

Sie wollte einen Freispruch. Doch in diese Richtung führte kein Weg. Denn wer nach Überzeugung der Justiz eine falsche eidesstattliche Versicherung abgibt, muss mit Strafe rechnen. In diesem Fall waren es 1500 Euro.

Die Amberger Strafrichterin Jacqueline Sachse ging dem Fall genau nach. Sie erfuhr, dass es vor längerer Zeit einen Zivilprozess gab, samt Ortstermin in Schwandorf. Er fand in einem Autohaus statt, dessen Geschäftsführer ein unmittelbar Beteiligter an dem Verfahren war. Kurz nach der Mittagszeit traf man sich dort, weil ein aus Franken angereister Kfz-Sachverständiger einen Pkw begutachten sollte.

Zu diesem Termin kamen auch die jetzt angeklagte 51-Jährige aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, die ihren Ehemann nach Schwandorf begleitete. Auch er war als Prozessbeteiligter anwesend. Als beide dann an dem Autohaus vorfuhren, will die 51-Jährige beobachtet haben, wie der Geschäftsführer und der Sachverständige beim Vier-Augen-Gespräch in einem Büro beieinander standen. Dazu gab sie später eine eidesstattliche Versicherung ab, wobei daraus schließlich der Verdacht resultierte, der Gutachter könne womöglich seine Expertise nicht unparteiisch erarbeitet haben.
Vor der Richterin wiederholte die Frau jetzt ihre Beobachtungen. Doch damit stand sie allein. Vier Zeugen wurden gehört, darunter auch der Geschäftsführer des Autohauses und der Sachverständige. Hinzu kamen zwei Männer, die das Geschehen völlig unbeteiligt mitbekommen hatten. Sie gaben zu Protokoll: "Ein solches Gespräch hat es nie gegeben." Man hörte, dass der Kfz-Gutachter gekommen sei und dann ohne weitere vorherige Unterhaltungen seine Arbeit verrichtet habe.

Die 51-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt. Die aussichtslose Lage seiner Mandantin erkennend, wollte dann ihr Verteidiger die im Strafbefehl festgelegte Höhe des Tagessatzes heruntergesetzt haben. Sie wurde schließlich auf 30 Euro vermindert, weshalb jetzt 1500 Euro zu entrichten sind.

Zuvor noch hatte Staatsanwalt Tobias Kinzler die Angeklagte eindringlich davor gewarnt, ihren Ehemann in den Zeugenstand holen zu lassen. "Wenn der hier falsche Angaben macht, werde ich ein Verfahren gegen ihn einleiten", ließ Kinzler erkennen und fuhr fort; "Falls es da zur Bestrafung kommen sollte, würde er berufliche Nachteile haben."

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.