60. Geburtstag bei den Krankenschwestern
Besondere Schule feiert sich selbst

Beim Tag der offenen Tür zeigten die Schüler ihr Können an der Anne, einer Computer-Simulationspuppe. Bild: Huber
"Pflege - es ist kein leichter, aber sicherlich absolut krisenfester Beruf." Diesen Gegensatz unterstrich der Vorstand des Klinikums St. Marien, Manfred Wendl, in seiner Begrüßungsrede. Am Samstag feierte die Berufsfachschule für Kranken- und Kinderkrankenpflege ihren 60. Geburtstag. In seinem Grußwort ging Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer auf die Unterschiede zwischen der Anfangszeit und der heutigen Situation in der Pflege ein. Ganz besonders betonte der OB die gewachsenen Anforderungen im technischen Bereich: "Technik hat in dieser Zeit Quantensprünge gemacht.".

Geringe Fluktuation

Der ärztliche Schulleiter, Dr. Wolfgang Funk, ging auf den zu erwartenden Pflegemangel ein, beschrieb aber gleichzeitig die "Diskrepanz zwischen dem, was man als Pfleger leisten muss und dem, was man dafür kriegt" als äußerst traurige Tatsache. Der Pflegeberuf sei ein Beruf, in dem man viel zu tun habe und psychisch sehr belastet sei. Pflegedirektorin Kerstin Wendl fügte ein Paar Zahlen hinzu: So liege die Fluktuationsrate im Haus bei stolzen 1,8 Prozent. Eine Zahl, bei der nur wenige Krankenpflegeschulen in Bayern mithalten könnten.
Die Festrede teilten sich Oberin Brigitte Wedemeyer, die den Gästen über die vergangenen Tage der Schule berichtete und Schulleiterin Claudia Staudinger, die das Heutige und den Blick in die Zukunft übernahm. Die Gäste erfuhren einige interessante Fakten. So lag zum Beispiel das Eintrittsalter des ersten Ausbildungsjahrgangs 1953 bei 20 Jahren, man musste ein gutes Zeugnis und den Leumund vom Ortspfarrer vorweisen.

Oberschwester a. D. Bernadette Forster, eine der ersten Schülerinnen der Berufsfachschule, ergänzte mit eigenen Erinnerungen. Sie erzählte, dass zu ihrer Zeit auch ein Schulchor existierte. Die Arbeitszeit war um einiges länger: Es war keine Seltenheit, dass Schülerinnen bis 19 Uhr gearbeitet haben. "Man hat nicht nach Stunden gerechnet. Es gab den halben Tag, und den ganzen." Der halbe Tag betrug nach damaliger Rechnung sechs Stunden.

Schulleiterin Claudia Staudinger berichtete vom neu entwickelten Schulprogramm. Das fordert insgesamt ein gewisses Überdenken des Gesamtsystems. Mit Stolz präsentierte die Schulleiterin auch das Projekt "Schüler leiten eine Station", bei dem Schüler der Examensklassen für einige Wochen eine Station miteinander leiten.

Können gezeigt

Nach der offiziellen Feier fand noch ein Tag der offenen Tür statt. Zahlreiche Besucher konnten sich bei einem Gesundheitscheck Puls und Blutzucker messen lassen. Außerdem gab es die Möglichkeit, sich über die Ausbildung zu informieren und das Klinikum bei einer Besichtigung zu erkunden. Die Schüler zeigten ihr Können an einer Computer-Simulationspuppe, die im Unterricht zur authentischen Nachstellung von Pflege und Notsituationen eingesetzt wird.
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