ADFC und Fachleute fordern bei Podiumsdiskussion bessere Vermarktung als Radlerregion mit Pfiff
"Batterie aufladen" für Radtouristen

Karl Wellnhofer (links) hatte nur Geschäftsleute aus dem Rad-Fachhandel und der Gastronomie zur Diskussion eingeladen, weil "diese Ansprechpartner kompetent sind - sie investieren ihr eigenes Geld", wie der ADFC-Chef meinte. Bild: Steinbacher

Der Radtourismus in der Region braucht eine bessere Außendarstellung und die richtige Infrastruktur gleich dazu. Das fordert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Amberg und stellte vor diesem Hintergrund eine Podiumsdiskussion zum Thema auf die Beine. "Wir als ehrenamtlicher Verein engagieren uns hier, wenn die Hauptamtlichen nicht tätig werden - damit was vorwärtsgeht", schickte Vorsitzender Karl Wellnhofer dem Abend voraus.

Als Podiumsgäste hatte er ausschließlich Geschäftsleute aus dem Rad-Fachhandel und der Gastronomie eingeladen, denn "diese Ansprechpartner sind kompetent, sie investieren ihr eigenes Geld. Sie müssen es also wissen, im Gegensatz zu manch anderen Stimmen in Amberg, die sich in der Vergangenheit zum Thema Tourismus geäußert haben." Wellnhofer listete hier über zehn Institutionen auf, die sich mit Teilaspekten des Themas beschäftigten. "Aber wo bleibt die Koordination? Wer nimmt die Radtouristik federführend und sachkundig in die Hand?", lautete seine kritische Frage.

Außendarstellung tut not

Und weiter: "Wir haben touristisch interessante Ziele, wir haben schöne Radtour-Möglichkeiten. Wir haben ein dichtes Netz an Gastronomie - aber wo bleibt die Außendarstellung unserer Region?" Wellnhofer zeigte als Beispiele die Internetseiten des Landkreises und der Stadt Amberg, wo das Thema "Rad" überhaupt nicht existiere, geschweige denn Informationen für Radtouristen gegeben würden. Im Gegensatz dazu führte er die Internetseiten anderer Kommunen vor Augen, auf denen zahlreiche konkrete Informationen vorhanden seien, "die Lust machen, dort zu radeln - warum haben wir so was nicht?" Entsprechende Touristen müssten am Internetauftritt einer Region erkennen, dass sie dort "willkommen sind".
Konstantin Schatz vom Amberger Hotel Brunner sah die Region zwar nicht als typisches Tourismus-Gebiet, aber "zwei bis drei Übernachtungen für Radtouristen sind realistisch. Und diese Gäste bringen Zeit mit und geben auch gerne ein paar Euros aus." Er forderte, "das Gesamtangebot muss stimmen". "Der Markt ist da", so Schatz, dessen Hotel die "Qualitäts-Kategorie Bett & Bike" habe und seinen Gästen auch Tourenvorschläge in der Region, ausgearbeitet vom ADFC, anbiete.

Peter Stadler, Inhaber des gleichnamigen Amberger Zweirad- und Autohauses, ergänzte: "Auch solche Kleinigkeiten wie ein Fahrradschlauch-Automat müssen bekanntgemacht werden. Selbst Amberger Radfahrer kennen diese nicht." Zur Infrastruktur gehörten ferner Abstellboxen in der City oder beim Hockermühlbad, genauso wie lückenlose Wegbeschilderungen. Tourenleiter Norbert Lange formulierte das Angebot des ADFC an die kommunalen Tourismus-Zuständigen so: "Wir haben unsere Touren dokumentiert, wir machen viele zu interessanten Zielen. Warum kann Stadt oder Landkreis nicht mit uns zusammenarbeiten und beispielsweise auf der Internetseite unser Angebot verlinken?"

Antrag an Stadt und Kreis

Stadler machte folgenden Vorschlag: " Wie wäre es mit einem Werbeslogan für unsere Region: ,Wir laden Ihre Batterie auf.' Der erholungssuchende Tourist findet bei uns Ruhe und Erholung, mit E-Bike oder Normalrad." Schatz wies auf die geringen Finanzmittel der Tourismus-Zuständigen in der Region hin, meinte aber: "Man kann noch vieles machen, ohne viel Geld auszugeben." Wellnhofer dankte für die Diskussionsbeiträge, die er nach eigenen Worten "noch in Form bringen und den Zuständigen in Stadt und Landkreis als Antrag übergeben will - in der Hoffnung, dass endlich mal was vorwärtsgeht".
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