Amberger THW-Ortsverband begeht mit einem Kommersabend sein 60-jähriges Bestehen
Katastrophen-Koffer sind gepackt

"Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Einkehr." Diese Worte stellte der THW-Ortsbeauftragte Marco Hubert an den Beginn seiner Festrede auf dem Kommersabends zum 60-jährigen Bestehen dieses Einsatzverbandes. Das bedeute, seither ständig bereit zu sein, zu helfen. Ob regional oder überregional. Und in der Tat, die Amberger THW-Helfer sind schon weit in der Welt herumgekommen und haben unterstrichen, nicht nur ein wichtiger Pfeiler des regionalen Katastrophenschutzes zu sein.

Wolfgang Wittmann als Moderator des Abends beschrieb die Einsatzbereitschaft mit den Worten "wir sind zu allem bereit und auf alles vorbereitet". Dennoch wollte Hubert nicht verschweigen, dass die vergangenen Jahre nicht immer einfach gewesen seien. "Zeitweise war der Weg, den das Technische Hilfswerk zurückgelegt hat, ziemlich steinig", richtete er den Blick nicht nur auf die Situation des Amberger Verbandes. Das THW sei eine Hilfsorganisation des Bundes, "und der Bund hat bekanntlich kein Geld".

Dem Ansehen und der Anerkennung der Leistungsfähigkeit tue das jedoch keinen Abbruch, schloss Hubert nicht zuletzt aus der Liste der Ehrengäste dieses Kommersabends. "Anerkennung spornt an für ständig neue und wachsende Aufgaben", schloss der Ortsbeauftragte daraus und verband damit einen Dank an Bürgermeister Michael Cerny. "Sie haben das THW in ihrer Stadt stets im Blickfeld und sind aufgeschlossen für konstruktive Ideen."

Immer anfälliger

Der THW-Landesbeauftragte Dr. Helge Voß stellte zu Beginn seiner Festrede die rhetorische Frage, "macht der Dienst eigentlich noch Sinn?", in den Raum. "Selbstverständlich ja, und zwar aus verschiedenen Gründen", erklärte er den Gästen dieses Abends, dass es ein tolles Gefühl sei helfen zu können, Werte zu vermitteln und ein Vorbild für die Gesellschaft zu sein. Außerdem gewinne der Schutzauftrag nicht zuletzt wegen der angespannten weltpolitischen Lage ständig an Bedeutung. Voß beschrieb daneben auch die heutige enorme Abhängigkeit von der Versorgung mit Elektrizität und die damit zusammenhängende "kritische Infrastruktur" in Deutschland und der ganzen Welt. "Ein Notstromaggregat, mit dem man vor Jahren noch ein ganzes Dorf versorgen konnte, reicht heute gerade mal für die Notbeleuchtung eines Krankenhauses", unterstrich Voß.
Das THW sei deshalb gezwungen, immer größere Aggregate vorzuhalten, um für den anspruchsvollen Einsatzfall gerüstet zu sein. "Ohne Strom geht spätestens nach 24 Stunden nichts mehr", rief der Landesbeauftragte ins Bewusstsein der Gäste. Fast so alt wie der Hilfsverband des Bundes in Amberg selbst, sei inzwischen auch dessen Unterkunft an der Drahthammerstraße, richtete Voß den Blick auf die Situation vor Ort. Für die Helfer gebe viel zu wenig Platz und nach über einem halben Jahrhundert seien die Gebäude dringend renovierungsbedürftig. Dem langgehegten Wunsch des Ortsverbandes nach einem baldigen Neubau musste der Landeschef allerdings eine klare Absage erteilen. Wegen fehlendem Geld.

Präsenz erwünscht

Bürgermeister Michael Cerny nutzte sein Grußwort zu einem umfassenden öffentlichen Dank. "Das THW ist nicht nur bei Unglücksfällen, sondern auch bei anderen Ereignissen wie beispielsweise Sportveranstaltungen immer mit präsent. Sie könnten ohne die Unterstützung durch das THW nicht durchgeführt werden", brachte Cerny seine Anerkennung gegenüber dem Verband und dessen Mitgliedern zum Ausdruck.

Verlässlicher Partner

Auch an die Adresse der einstigen Gründungsmitglieder richtete der Bürgermeister Worte des Dankes, verbunden mit einem dicken Lob: "Sie müssen stolz sein auf das Erreichte, sie sind die Väter dieses Erfolgs." Ebenso wie wenig später der Ambergs Polizeichef Robert Hausmann wünschte Cerny abschließend den Einsatzkräften, dass sie immer unfallfrei und gesund von ihren Einsätzen zurückkehren mögen.

Hausmann bezeichnete die Einladung zu diesem Ehrenabend als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung und der guten Zusammenarbeit. Das THW sei ein wesentlicher Bestandteil des Einsatzalltages der Polizei. Der Leiter der Amberger Inspektion erinnerte an zurückliegende gemeinsame Einsätze beispielsweise bei Absperrmaßnahmen am Kreisverkehr anlässlich der Fußball-Europameisterschaft und zitierte aus dem damaligen Einsatzbericht, "die Helfer des THW agierten professionell und engagiert bis spät in die Nacht hinein". Aber auch vermeintlich banale Dinge wie das Räumen der Zufahrt zum Polizeigebäude im Winter 2010/11 von riesigen Schneemassen verdiene höchste Anerkennung. "Nur durch die schnelle und unkomplizierte Hilfe des THW konnten wir unsere Einsatzfähigkeit gewährleisten", war sich Hausmann sicher.

Freundschaft gewachsen

Stadtbrandrat Bernhard Strobl lobte eine gute Zusammenarbeit, was sich jüngst bei der Bewältigung eines sintflutartigen Unwetters im Nordosten der Stadt 2011 erneut beweisen habe. Auch viele gemeinsame Übungen, Ausbildungen und gesellige Abende hätten eine Freundschaft mit hohem Stellenwert wachsen lassen. Darüber hinaus bestehen weitere Verzahnungen hinsichtlich des Einsatzauftrages beispielsweise zur Bundeswehr und Bundespolizei.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.