04.05.2004 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Ambergs Oldie-Bands spielten auf - Als Gäste drei Damen aus England Vom Handwerk nichts verlernt

von Autor HOUProfil

Wer die Musik als Handwerk einmal gelernt hat, der beherrscht sie. Mögen die Haare auch grau und vor allen Dingen lichter geworden sein. Von den Herren, die am Samstag auf die Bühne des Jugendzentrums gingen, war fast keiner mehr unter fünfzig. Nicht zu reden von drei Damen.

"Hey Joe" war ihre Hymne, "Fun, Fun, Fun" von Brian Wilson konnten sie auswendig und Bubble-Gum-Musiy à la "Fruitgum Company" stand als Symbol für den miesesten Sound überhaupt: Die Beat-Generation der Sechziger, von der es auch in Amberg noch etliche Leute gibt. Einmal im Jahr kommt's zum Treffen. Diesmal am Maifeiertag im Alten Klärwerk.

Da sind Namen, mit denen sich diese Zeit verbindet. Otmar Stüber, der geniale Gitarrenmann. Günter Kälberer, der gesangliche Allrounder. Helmut Spörl und George Übler, die irgendwann in den frühen siebziger Jahren mit "Major Knockout" in Amberg durchstarteten. Sie alle und noch etliche andere gaben am Samstag wieder einmal ihre musikalische Visitenkarte ab. Und jeder merkte: Die Leute haben nichts verlernt.

Na ja, monierten manche der über 300 gekommenen Zuhörer, es hätte vielleicht etwas mehr von den "Beatles" und von den "Stones" sein können. Aber es gab ja jede Menge andere Sachen dafür. Vom unverwüstlichen Duane Eddy (den keiner so nachspielt wie der Stüber), von Hank Marvin, Bruce Welch und Cliff Richard. Von den "McCoys", Antoine "Fats" Domino und von Wilson Pickett.

Die "Stampeders" mischten auf und die "Jet Strings", die "Phantastic Pepperboyz" und drei Damen, die, als Roger Daltrey gerade erst zu rocken begann, bereits eine feste Größe als professionelle Beatband waren. Die Ladies nannten sich "Mission Bells", zogen auch durch bundesdeutsche Lande und hatten Songs dabei, die einen schlicht umwarfen.

Die "Mission Bells" gastierten seinerzeit gerne im Sulzbach-Rosenberger Rockschuppen "De la Musica", wohin sie Leo Keuchel, Gott hab' ihn selig, immer wieder engagierte. Am Samstag kam es nun mit einem Wiedersehen mit all denen, die sie aus den alten Zeiten kannten.

Die "Bells" hauten noch einmal auf die Glocke und ließen es im Alten Klärwerk krachen. Mit Songs wie "Sincerely" und einem dreistimmigen Gesang, der auf Anhieb klappte. Obwohl die Damen aus Great Britain zum wirklich allerersten Mal nach 30 Jahren wieder ein Mikrofon in der Hand hatten. Starke Leistung. Was übrigens auch für alle anderen gilt, die sich die Mühe machten, "just for fun" in die Saiten zu greifen.

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