Ammersrichter Turnhalle hergerichtet, im Schulhaus aber offene "Baustellen" - CSU vor Ort
Neuer Dreh: Gestreckte Sanierung

Eigentlich bräuchte die Ammersrichter Schule eine neue Lüftung, eine neue Heizanlage und das Parkett müsste auch überholt werden: Alles zusammen käme einer Komplettsanierung nahe. Vielleicht, so sinnierte Oberbürgermeister Michael Cerny jetzt bei einer Ortsbegehung, sollte man in solchen Fällen neue gesetzliche Regelungen nutzen - die erlaubten es, Generalsanierungen über zehn Jahre zu strecken.

Darüber, meinte Cerny im Kreis von Mitgliedern der Ammersrichter CSU und der Stadtratsfraktion, sollte man zumindest einmal nachdenken: Könne man aus vielen Einzelschritten ein Paket schnüren, käme man in den Genuss von Fördergeld, wie es bisher nur bei Generalsanierungen floss.

Eine politische Entscheidung, meinte Cerny, stellte aber auch klar: Wenn man sie treffe, müsse man dann auch am Ball bleiben und könne nicht einfach mittendrin abbrechen. Eine Unsicherheit bleibe bei all den kostspieligen Schulsanierungen: Man wisse nie, wohin die Schulpolitik im Freistaat als nächstes führe - und ob Schulen, die man heute teuer saniere, morgen noch den Konzepten der Regierung entsprächen.

In Ammersricht gab es bei der aktuellen Besichtigungstour Erfreuliches zu begutachten: Die Schulturnhalle ist jetzt wieder in einem passablen Zustand. Sie hat ein neues Dach (180 000 Euro) und neue Fenster (40 000 Euro) bekommen. Das i-Tüpfelchen wäre für Hans-Georg Wiegel, den stellvertretenden Baureferats-Leiter, eine neue Lüftung. Die alte funktioniere zwar noch, könne aber nur ein- und ausgeschaltet und damit nicht sinnvoll geregelt werden. Er schätzt die Kosten auf 65 000 Euro, die derzeit nicht zur Verfügung stehen. "Vielleicht können wir das im nächsten Jahr noch machen."

Das Schulgebäude selbst hat bereits 2013 zwei Außen-Fluchttreppen (90 000 Euro) bekommen. Nicht schön - aber für den Brandschutz nötig, befand die Besucherrunde. Das Dach braucht eine neue Dämmung, im Anbau müssen die Fenster ausgetauscht werden, listete Wiegel auf. Und dann ist da noch die Heizung, Baujahr 1988. Für die Steuerung gibt es inzwischen keine Ersatzteile mehr. Die Folge laut Wiegel: "Ein Totalausfall kann uns jederzeit ereilen." Eigentlich sei man angehalten, Heizungsanlagen nach 30 Jahren zu erneuern. Im konkreten Fall sollte man dann aber nicht nur die Steuerung, sondern gleich das ganze System auswechseln - allerdings wäre das nicht billig. Wiegel veranschlagt "rund 290 000 Euro" für eine neue Heizanlage.

Wären noch der fehlende, außenliegende Sonnenschutz und die Parkettböden im Schulhaus. Die sind nach Wiegels Worten zwar "eigentlich das Optimale für den Schulbetrieb", aber eben auch in die Jahre gekommen und müssten deshalb dringend abgeschliffen werden. Kostenpunkt: 55 000 Euro.
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