08.06.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Angeklagte erfinden Diebstahl des eigenen Autos, um Unfall zu vertuschen - Gericht bestraft sie Baumcrash und dann Räuberpistole

Die aberwitzige Spritztour endete an einer Linde. Mit voller Wucht krachte der mit zwei jungen Männern besetzte Wagen an den neben der Kochkellerstraße stehenden Baum und wurde übel zugerichtet. Die beiden betrunkenen Insassen türmten und wollten der Polizei anschließend vorgaukeln, der Pkw sei vor dem Unfall von Unbekannten gestohlen worden. Dafür hatte jetzt das Amberger Jugendschöffengericht wenig Verständnis.

von Autor HWOProfil

Es kam wie so oft. Die beiden jungen Männer, einer von ihnen erst wenige Wochen davor aus der Haft entlassen, trafen sich im Oktober 2011 in einer Amberger Kneipe, um später den verhängnisvollen Plan zu fassen, in ein anderes Lokal zu wechseln. Zu Fuß wären es gerade mal fünf Minuten gewesen. Doch es musste wohl unbedingt gefahren werden.

Was folgte, beschäftigte jetzt vier Stunden lang das Jugendschöffengericht. Unter Vorsitz von Petra Froschauer hörte es, dass der 20-jährige Wagenbesitzer eigentlich selbst hätte chauffieren wollen. Doch irgendwie gelang es seinem 26-jährigen Kumpel, die Autoschlüssel an sich zu bringen. Und damit setzte sich einer, der noch nie einen Führerschein besaß, mit 1,5 Promille ans Steuer. Die nächtliche Tour geriet zu einer Art Stadtrundfahrt bis zur Kochkellerstraße. Dort nahm das waghalsige Unternehmen ein abruptes Ende. Nach der Bergkuppe bei der Luitpoldschule geriet das Auto voll auf die linke Seite und hätte um ein Haar den Wagen eines 19-Jährigen frontal gerammt. Der wich geistesgegenwärtig auf den Gehsteig aus und sah dann, wie der Pkw ins Schlingern geriet und an einen Baum krachte.

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